Die Zeichen deuten auf Abstieg

Drei Viertel der tipp3-Bundesliga sind absolviert und die Zwischenbilanz des FC Wacker ist ernüchternd. Der Traditionsklub taumelt nach der 2:3-Pleite gegen Wolfsberg als Letzter schwer angeschlagen in den Seilen.

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Von Wolfgang Müller

Innsbruck –Ein klares Nicht genügend steht beim FC Wacker Innsbruck nach dem abgeschlossenen dritten Saisonquartal. Zuletzt vier Niederlagen in Serie, abgeschlagen Letzter, 19 Niederlagen in 27 Runden, schlechtestes Torverhältnis, Turbulenzen im Umfeld – die Zeichen im und rund um den Tiroler Traditionsklub deuten voll auf Abstieg. Vor allem die Art und Weise, wie das Westderby gegen Salzburg und zuletzt das Heimspiel gegen den WAC verloren wurden, ist einfach typisch für eine Mannschaft, die im Abstiegsstrudel untergeht. Beispiel Wolfsberg – 50:15 lautet das Torschussverhältnis in den beiden Heimspielen gegen die Kärntner, aber letztlich setzte es mit 0:1 und 2:3 zwei ganz bittere Niederlagen. Die Zweitklassigkeit lässt grüßen.

„Mag schon sein, aber ich glaub’ immer noch fest daran, dass wir im Sommer erstklassig planen können“, gibt sich Roland Kirchler allen Zahlen und Fakten zum Trotz kämpferisch. „Freilich ist die Lage mehr als brenzlig“, bilanziert der Wacker-Coach realistisch: „Die Spiele werden weniger und der Abstand zum Vorletzten ist größer geworden. Aber aufgegeben haben wir noch lange nicht, ganz im Gegenteil.“ Die 2:3-Pleite gegen Wolfsberg wurde analysiert. „Start wieder einmal total verschlafen, aber dann 70 Minuten gut Fußball gespielt. Das stimmt mich zuversichtlich“, so Kirchler, der sich schon ganz auf das letzte Quartal konzentriert: „In den nächsten vier Wochen wird sich die Zukunft des Vereins entscheiden.“ Damit meint Kirchler das Programm der kommenden fünf Runden. Zunächst am Samstag gegen den schwächelnden, seit acht Runden sieglosen Rekordmeister Rapid, dann das Gastspiel bei der Admira, am 20. April im Tivoli gegen Ried und dann folgen auswärts die „Schicksalsspiele“ in Mattersburg und Wr. Neustadt. „Die direkten Duelle müssen wir gewinnen. Dass wir das können, haben wir schon bewiesen. Fakt ist, dass der Druck immer größer wird und damit muss man erst fertig werden“, weiß der Wacker-Coach nur zu genau, was auf ihn und seine Schwarzgrünen zukommt: „Aussetzer wie zuletzt dürfen wir uns einfach nicht erlauben.“

Wenn es schon nicht läuft, kommt auch noch das Verletzungspech dazu. Dario Dakovic wird in der heißen Phase der Meisterschaft in der Wacker-Verteidigung fehlen. Der 25-Jährige zog sich gegen Wolfsberg bereits nach neun Minuten bei einem unglücklichen Zusammenstoß einen Bänderriss im Sprunggelenk zu und muss drei bis vier Wochen pausieren. Zum Glück leichte Entwarnung bei Sza­bolcs Sáfár – der routinierte Goalie wurde von seinem Mitspieler Marco Kofler förmlich abgeschossen, taumelte vom Platz direkt in die Klinik. Gehirnerschütterung lautete die Diagnose. Heute wird der 38-Jährige noch einmal durchgecheckt, gegen Rapid sollte er wieder das Wacker-Tor hüten.

Aber nicht nur sportlich geht es für das Aushängeschild des Tiroler Fußballs in nächster Zukunft um alles. Denn auch bei der Lizenzierung steht zumindest in erster Instanz ein großes Fragezeichen. An einen Plan B – im Falle des Abstieges – wird noch nicht gedacht. Dann stünde wohl ein totaler Neuanfang in allen Belangen vor der Tür. Doch selbst bei Klassenerhalt wird sich der FC Wacker Innsbruck neu aufstellen. Präsident Kaspar Plattner hat bekanntlich schon bestätigt, dass der komplette schwarzgrüne Vorstand im Sommer zurücktreten wird.

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