Mitschuld an Foltertod - Romario fordert Rücktritt von CBF-Boss

Jose Maria Marin, Chef der Brasilianischen Fußball-Konföderation (CBF), soll laut Ex-Fußballstar Romario mitverantwortlich für den Foltertod des Journalisten Vladimir Herzog gewesen sein.

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Rio de Janeiro - Der frühere Fußballstar und jetzige brasilianische Abgeordnete Romario hat den Rücktritt des Chefs der Brasilianischen Fußball-Konföderation (CBF), Jose Maria Marin, gefordert. Er wirft dem 80-Jährigen vor, mitverantwortlich für den Foltertod des Journalisten Vladimir Herzog während der Militärdiktatur (1964-1985) zu sein. Romario überreichte der CBF am Montag eine entsprechende Petition mit fast 55.000 Unterschriften. Marin hatte 1975 als Abgeordneter der Regierungspartei kurz vor der Verhaftung Herzogs im Parlament Maßnahmen gegen oppositionelle Tendenzen bei dessen Fernsehsender unterstützt.

Der CBF-Chef, der auch das lokale Organisations-Komitee der WM 2014 leitet, wies die Anschuldigungen zurück. Es handele sich um eine auf Lügen basierenden „Destabilisierungs-Kampagne“, teilte Marin auf der Webseite der CBF mit.

Unter den Unterzeichnern der Petition sei auch der Musiker Chico Buarque de Hollanda, erklärte der Sohn des getöteten Journalisten, Ivo Herzog, der Zeitung „Folha de Sao Paulo“. Marin werde demnächst von der Wahrheitskommission vorgeladen, die Menschenrechtsverletzungen während der Diktatur untersucht.

Erst vor einem Monat hatte Ivo Herzog eine Richtigstellung der Sterbeurkunde seines Vaters erwirkt, in der nun belegt wird, dass er an Folterungen durch die Militärs gestorben ist. (dpa)

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