Peugeot 4008: Salonlöwe fürs Grobe

Kein Segment boomt zurzeit derart wie das der kompakten SUV. Grund genug für Peugeot, mit Allradpartner Mitsubishi den neuen 4008 zu entwickeln. 4x4-Know-how trifft auf französischen Chic.

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Von Reinhard Fellner

Innsbruck –Nicht nur im gebirgigen Tirol schießen die SUV (Sport Utility Vehicles) wie Eierschwammerln aus dem Waldboden. Gefragt sind nunmehr vor allem kompakte Höhergelegte, die in Format und Verbrauch in unsere Zeit passen. Wer als Hersteller hier kein Ass im Ärmel hat, kapituliert automatisch vor der Konkurrenz. Peugeot hat dies schon früh erkannt und sich mit Mitsubishi einen der erfahrensten Entwicklungspartner auf dem Allradsektor geangelt.

Schon der 4007 entstand aus dieser Kooperation. Für den mit 4,34 Metern Länge wesentlich kompakteren 4008 übernahm man die bewährte Bodengruppe und den Radstand von 2,67 Metern, der an der kurzen Karosserie nun für extrem kurze und knackige Überhänge sowie beste Raumausnutzung sorgt.

Das Design des 4008 mit seinen eleganten Linien und kraftvollen Sicken, der wunderschön gemachten Front und dem weich gezeichneten Heck kennzeichnen das SUV jedoch sofort als Peugeot und machen diesen Geländegänger erst einmal zum stilvollen Salonlöwen. Der TT-Testwagen mit 150 PS starkem Diesel trat im Innenraum zudem mit schwarzem Leder (+2500 Euro) und riesigem Glaspanoramadach (+1000 Euro) an.

Die Platzverhältnisse gestalten sich dann für einen Kompakten speziell vorne großzügig. Auch hinten lässt es sich gut sitzen. Wer einladen will, findet im Peugeot nicht nur eine niedrige Ladekante, sondern auch ein völlig ebenes Kofferraumabteil von 416 Litern. Genial dazu die Umlegevorrichtung an den Rückbänken, die die Bänke mit einem Zug plan daliegen lassen und 1167 Liter Laderaum freimachen.

Erst in Fahrt, gibt sich der 4008 als talentierter Freizeitsportler. Ungemein spritzig ist der 150-PS-Diesel zu Wege. Als Spaßmacher entpuppt sich der Drehzahlbereich zwischen 2000 und 3000 Touren, in den die ganzen 300 Newtonmeter scheinbar schlagartig einfallen und für ein sehr üppiges Kraftgefühl sorgen. Dazu passt auch die für ein SUV relativ direkte Lenkung und das straff abgestimmte Fahrwerk, mit dem sich freudig Innenstädte und kurvige Landstraßen räubern lassen.

Dies gelingt mit dem 114-PS-Diesel übrigens ebenso gut wie mit dem stärkeren Aggregat. Interessanterweise bietet der kleinere 1,6-Liter (Peugeot) bei gerade 20 Newtonmetern Drehmomentunterschied (280 Nm) nämlich nur unwesentlich schlechtere Fahrleistungen als der 1,8-Liter (Mitsubishi). Dafür liegt der Normverbrauch mit 4,9 Litern aber um 0,7 Liter niedriger. Noch viel gravierender wird es allerdings beim Preis: So verlangt der 1,6 nach wohlfeilen 31.090 Euro, während der stärkere Bruder exakt 3000 Euro darüber liegt.

Beiden gemein ist natürlich sowohl das Start&Stopp-System für die sparsame Stadtfahrt sowie eine ausgezeichnete Geländetauglichkeit. Kurze Überhänge und 20 Zentimeter Bodenfreiheit schaffen dafür karosseriemäßig die Basis. Eine Berganfahrhilfe unterstützt in der Steigung.

Dazu kann der Fahrer zwischen drei Antriebsarten wählen: 2WD (Frontantrieb für normale Asphalt- und Autobahnfahrt), 4WD (permanenter Allradantrieb für alle Situationen auf und abseits der Straße) sowie LOCK (permanenter Allradantrieb mit erhöhtem Kraftfluss an die Hinterachse für schwieriges Gelände).

Wer hier klug wählt, darf sich auch beim temperamentvollen 150-PS-Diesel übrigens über einen Verbrauch von gerade 6,6 Litern freuen.

Die Ausstattung des 4008 verdient dafür schon das Prädikat überkomplett. Allrad, 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, Einparkhilfe, schlüsselloses Schließ- und Startsystem, Bi-Xenon-Scheinwerfer mit automatischer Leuchtweiteregulierung oder ein Audiosystem mit USB-Anschluss und Bluetooth-Freisprecheinrichtung mit Sprachsteuerung – alles ist serienmäßig.


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