Unfallbilanz in Tirol: „Verbesserung“ zum Vorjahr trügerisch

Die Osterbilanz fällt heuer in Österreich positiv aus. Noch nie gab es weniger Verkehrstote am Osterwochenende. Die ersten drei Monate des Jahres entwickelten sich in Tirol zudem insgesamt positiv. Es gab um fünf Tote weniger als im Vorjahr. Dennoch starben von Jänner bis März sieben Menschen. Insgesamt kam es zu fast 600 Unfällen mit Verletzten.

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Innsbruck – Der Trend ist grundsätzlich positiv. In den ersten drei Monaten dieses Jahres kam es in ganz Österreich zu deutlich weniger tödlichen Verkehrsunfällen als in den ersten drei Monaten des Vorjahres. Das geht aus der Unfallbilanz des Verkehrsclubs Österreich hervor. 78 Todesopfer gab es von Jänner bis März zu beklagen – rund 6000 Unfälle mit Verletzten wurden registriert. Im Vorjahr waren es in diesen Monaten noch 97 Tote gewesen.

Ein Trend, der sich auch in Tirol in den Zahlen niederschlägt. Hier ging die Zahl der Verkehrstoten von zwölf auf sieben zurück. Bei fast 600 Unfällen mit Verletzten sind das um fünf Tote weniger als im ersten Quartal 2012.

Deutlich auch die positive Entwicklung im Osterreiseverkehr. Österreichweit gab es nur einen einzigen Unfall mit Todesfolge. Ein Rekord. Bisher galt das Osterwochenende 2010 mit drei Toten als bestes in der Verkehrsgeschichte. Den höchsten Blutzoll gab es mit 39 Opfern 1976.

In Tirol kam es – wie bereits im Vorjahr – zu keinem einzigen tödlichen Unfall. Die Polizei zählte allerdings insgesamt 20 Verkehrsunfälle mit insgesamt 32 Verletzten auf Tirols Straßen. Im Vorjahr waren es bei ebenfalls 20 Verkehrsunfällen „nur“ 25 Verletzte. Außerdem trübe der schwere Frontalunfall am Gründonnerstag mit zwei Verkehrstoten auf der Mieminger Bundesstraße die Bilanz, hieß es Seitens der Tiroler Polizei.

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Doch der Schein trügt ein wenig. So führt der VCÖ die positive Bilanz vor allem auf das schlechte Wetter zurück. „Zudem sind kaum Motorradfahrer unterwegs. Die unfallreichen Monate stehen erst bevor“, warnt VCÖ-Expertin Bettina Urbanek vor zu großem Optimismus. „Heftig“ werden aber traditionell die Monate zwischen April und September. In diesen Monaten ereignen sich durchschnittlich deutlich mehr tödliche Unfälle als im ersten Quartal.

„Der weit überwiegende Teil der Verkehrsteilnehmer war zu Ostern sehr verantwortungsbewusst und rücksichtsvoll unterwegs“, lobte Markus Widmann, Leiter der Landesverkehrsabteilung das Verhalten der Lenker. „Dass sich die Zahl der Verkehrsunfälle auch heuer wieder sehr in Grenzen hielt, hat einerseits mit dem witterungsbedingt wesentlich geringeren Ausflugsverkehr zu tun und ist andererseits aber auch mit einer infolge Regen, Schnee und Fahrbahnnässe deutlich defensiveren Fahrweise der Fahrzeuglenker zurückzuführen.“ Die Polizei war laut Eigenangaben täglich mit rund 600 Beamten auf den Tiroler Straßen im Einsatz.

Mehr Opfer in drei Bundesländern

Weniger Unfälle mit Todesfolge gab es in sechs Bundesländern – darunter wie erwähnt Tirol. Mehr Opfer waren laut VCÖ in Kärnten, der Steiermark und in Oberösterreich zu beklagen. An den Gründen für tödliche Verkehrsunfälle hat sich über die Jahre wenig geändert. Jeder dritte tödliche Unfall ereignet sich wegen überhöhter Geschwindigkeit, weitere dreizehn Prozent wegen Ablenkung, wie etwa Telefonieren am Steuer.

Durch verstärkte Maßnahmen könnte die Zahl der schweren Unfälle verringert werden pochen die Verkehrsexperten auf weitere Reformen zugunsten der Verkehrssicherheit. Der VCÖ sprach sich für eine Bewusstseins-Kampagne aus. Zudem würden Tempo 80 statt 100 auf Freilandstraßen und mehr Tempo 30 Zonen im Ortsgebiet die Verkehrssicherheit erhöhen, meinte der Verkehrsclub. Außerdem forderte die Organisation den Ausbau des Öffentlichen Verkehrs. (tt.com, APA)


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