Real-Streit zwischen Mourinho und Casillas geht in nächste Runde

Real Madrid geht als klarer Favorit ins Viertelfinal-Spiel gegen Galatasaray Istanbul. Der türkische Meister hatte bei der Auslosung als Wunschgegner gegolten. Bei Real schwelt hinter der Kulissen jedoch ein Konflikt zwischen Trainer Mourinho und Torwart Casillas.

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Madrid - Jose Mourinho gegen Iker Casillas: Der Zwist zwischen Trainer und Torwart wirft bei Real Madrid einen Schatten auf das Champions-League-Spiel gegen Galatasaray Istanbul. Der Coach gab vor dem Viertelfinal-Hinspiel am Mittwoch gegen den türkischen Fußballmeister zu verstehen, dass der Welt- und Europameister Casillas vorerst wenig Chancen auf eine Rückkehr ins Tor der „Königlichen“ hat. „Wenn (Vertreter) Diego Lopez weiter so gut hält wie bisher, wird es sehr schwer werden, ihm den Platz in der Stammelf streitig zu machen“, sagte Mourinho.

Für das Spiel gegen Istanbul nominierte der Portugiese den Kapitän der spanischen Nationalelf nicht einmal für die Ersatzbank. Der neue Keeper Lopez war von den Madrilenen vor gut zwei Monaten als Notnagel verpflichtet worden, nachdem Casillas sich die linke Hand gebrochen hatte. Vor zwei Wochen wurde der Kapitän von den Ärzten für fit erklärt, aber der Trainer will von einer Rückkehr des 31-Jährigen ins Real-Tor nichts wissen. Casillas sei zwar medizinisch fit, aber „nicht einsatzfähig“, argumentiert der Trainer. „Man will Casillas nicht mehr haben“, vermutet das Sportblatt „Marca“. „Der Trainer wird ihm nicht die Chance geben, zu seiner Bestform zurückzufinden.“

Dabei bestreitet niemand die Verdienste von Diego Lopez. Die Äußerungen von Mourinho deuten jedoch darauf hin, dass der Trainer den Kapitän Casillas auf Dauer ins zweite Glied zurückstufen möchte. Der Portugiese hatte den „Heiligen Iker“, wie der Keeper von den Fans genannt wird, aufgrund seiner Beliebtheit und seines Einflusses im Kader schon immer skeptisch beäugt. Nach Medienberichten wechseln Mourinho und Casillas kaum ein Wort.

Gegen Galatasaray dürfte der neue Stammtorwart Lopez eine entscheidende Rolle spielen. Das „Weiße Ballett“ will das Spiel ohne Gegentreffer überstehen, was den Madrilenen in dieser Saison in der Champions League bislang noch nicht geglückt ist. Galatasarays Trainer Fatih Terim sieht seine Elf als Außenseiter, will sich aber nicht verstecken. „Das wird eine muntere Partie werden, beide Teams werden auf Angriff spielen“, meint er. Die Türken setzen dabei auf ihre groß gewachsenen Angreifer Didier Drogba und Burak Yilmaz, die die Schwächen der Real-Abwehr im Kopfballspiel nutzen sollen.

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Die Partie im Bernabeu-Stadion bringt ein Wiedersehen alter Bekannter. Drogba erinnerte an seine gemeinsame Zeit mit Mourinho beim FC Chelsea: „Ich werde meinem Vater gegenüberstehen“, sagte der 35-Jährige. Wesley Sneijder hat besondere Erinnerungen nicht nur an Mourinho, sondern auch an das Bernabeu-Stadion: „Dort gewann ich 2010 mit Mourinho und Inter Mailand das unvergessene Champions-League-Finale (gegen Bayern München)“, schwärmte der Niederländer. „Nun spiele ich hier gegen meinen ehemaligen Verein.“ Hamit Altintop ist neben Sneijder der zweite ehemalige Real-Profi im Team der Türken. „Ich will jetzt mein erstes Tor im Bernabeu-Stadion schießen, und das im Trikot von Galatasaray“, sagte der Türke dem Madrider Sportblatt „As“. (dpa)


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