Rettungspaket für Telfer Eishalle unter Dach und Fach

Die Ice Art Arena wird fertig gebaut. Der TVB schießt 50.000 Euro nach, die Olympiaworld übernimmt die Mehrheitsanteile an der Gesellschaft.

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Von Sabine Kuess und Manfred Mitterwachauer

Innsbruck, Telfs – Vor knapp eineinhalb Wochen überraschte die Meldung über die finanzielle Schieflage der geplanten, ganzjährig betriebenen Eishalle in Telfs – die TT berichtete exklusiv. Seit Dienstagmittag gibt es eine Lösung: Der halbfertige Bau der Ice Art Arena südlich des Sportzentrums wird fertig gestellt. Der von Investor Georg Ganner eingereichte Insolvenz- antrag werde nun zurückgezogen. Das Landesgericht hätte heute über eine Eröffnung entscheiden sollen.

Nach zwölf Tagen und vier Verhandlungsrunden zwischen Land Tirol, Stadt Innsbruck, der Standortgemeinde Telfs, dem TVB und Ganner sowie später einem Vertreter der Innsbrucker Olympiaworld (OSVI) erklärten sich gestern alle Beteiligten mit der Lösung zufrieden. Diese sei laut Sportlandesrat Thomas Pupp (SPÖ) nötig gewesen, „um eine dringend notwendige Forderung für einen zukunftsfähigen Tiroler Eissport und dessen Nachwuchs in dieser Sportart, doch noch verwirklichen zu können“.

Das Rettungspaket umfasst folgende zentralen Punkte, wie gestern im Anschluss an die finale Verhandlungsrunde durchsickerte: Zunächst soll der Tourismusverband Innsbruck und seine Feriendörfer erneut 50.000 Euro in das Projekt pumpen. Durch ein Entgegenkommen der Lieferanten seien die Baukosten damit gedeckt, heißt es.

Investor Ganner bleibt als Gesellschafter – aber nur noch in einem beschränkten Ausmaß – mit an Bord der Ice Art GmbH. „Er wird nicht aus seiner wirtschaftlichen Verantwortung entlassen“, sagt BM Christine Oppitz-Plörer (FI). Der Rechtsanwalt wird nicht mehr als Geschäftsführer fungieren. Dies war aber bereits vor der gestrigen Sitzung klar. „Das ist eine ideale Lösung im Sinne des Tiroler Eissports. Ich werde das Projekt mit ganzer Kraft weiterbegleiten“, versprach Ganner gestern. Von seinen ausgezeichneten Kontakten zu den Eislaufverbänden wolle man weiter profitieren. Das dürfte auch nötig sein, will man mit der künftigen Auslastung der Anlage nicht unter 50 Prozent zu liegen kommen. Hatte doch vor dem Wochenende eine Überarbeitung des alten Betriebskonzeptes einen jährlichen Abgang in sechsstelliger Höhe (bei 50-prozentiger Auslastung) prognostiziert.

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Neuer Hauptgesellschafter und somit Mehrheitseigentümer der Ice Art soll nun die OSVI – eine Tochtergesellschaft von Stadt Innsbruck und Land Tirol – werden, wie deren Geschäftsführer Michael Bielowski gegenüber der TT bestätigt. „Unsere Aufgabe ist es nun, ein Betriebskonzept auszuarbeiten.“ Ice Art und OSVI könnten Synergien nutzen, die auch helfen sollen, den Betriebsabgang in Grenzen zu halten: „Eine Cashcow wird das nicht werden. Ein strukturelles Defizit wird bleiben.“ Er sei sich aber sicher, dass ein „betriebswirtschaftlich sinnvoller Betrieb“ möglich sein werde.

„Damit ist sichergestellt, was wir von Anfang an mit dem Projekt erreichen wollten: eine wirtschaftliche und touristische Belebung für Telfs“, zeigte sich der Telfer Bürgermeister Christian Härting zufrieden. Er betonte aber erneut, dass die Marktgemeinde kein Geld in die Eishalle investieren werde.

Das Rettungspaket sei auch aus Sicht des Planungsverbandes und des darin zentralen, überregionalen Sportstättenplans zu begrüßen, sagt BM Oppitz-Plörer: „Der Verband besteht nicht nur aus leeren Worten.“


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