Konsumenten können bald selbst Lichtstimmungen mixen

Eglo-Chef Ludwig Obwieser setzt auf eine revolutionäre Beleuchtung: Konsumenten sollen damit bald ihre eigene Lichtstimmung kreieren können.

  • Artikel
  • Diskussion

Herr Obwieser, 2010 meinten Sie, LED wird die Energiesparlampe in drei bis fünf Jahren abgelöst haben. Es scheint noch nicht so weit zu sein. War Ihre Prognose zu optimistisch?

Ludwig Obwieser: Sie trifft zu 100 Prozent zu. Ich habe bereits damals die Energiesparlampe als ,Übergangslösung‘ bezeichnet, weil eigentlich klar ist, dass eine Technologie, die die Umwelt durch das verwendete Quecksilber belastet, nicht eine Dauerlösung sein kann. Sie werden sehen, die Zukunft gehört tatsächlich LED. Wenngleich es wegen der zu weißen Lichtfarbe anfänglich Probleme gab. Nachdem diese nun beseitigt sind, steigt die Produktion rasant und kann mittlerweile der Nachfrage am Markt zeitweise gar nicht standhalten. Dieser Boom wird noch einige Jahre anhalten, bis ein gewisser Sättigungsgrad erreicht ist, und nachdem das LED ja eine hohe Lebensdauer hat, wird dann eine Beruhigung eintreten.

Wie hat sich Eglo im Jahr 2012 entwickelt?

Obwieser: 2012 war ein schwieriges Jahr. Durch die Markteinbrüche in Südosteuropa, in Italien, Spanien und Portugal sind wir hinter den Erwartungen geblieben. So konnten wir letztendlich den Umsatz zwar halten, waren aber ursprünglich von einer Umsatzsteigerung ausgegangen.

Der Chef der Produktionsgesellschaft hat das Unternehmen verlassen, warum?

Obwieser: Personalangelegenheiten diskutiere ich nicht in der Öffentlichkeit, da bitte ich um Verständnis. Nur so viel: Ein Grund für das erfolgreiche Wachsen von Eglo war immer die Fähigkeit, auf Marktanforderungen schnell zu reagieren. Sind wir zu langsam oder zu bürokratisch, kann das sehr negative Auswirkungen haben. Unser Ziel ist es daher, diese Stärke des schnellen Reagierens auf den Markt zu intensivieren.

Sie sind der zweitgrößte Hersteller von dekorativer Beleuchtung weltweit. Bei Shop-, Retail- und Bürobeleuchtung tun Sie sich hingegen etwas schwerer.

Obwieser: Es ist richtig, dieser Bereich wurde nicht so intensiv bearbeitet und etwas vernachlässigt. Zum einen war 2010 noch ausreichend Wachstum im klassischen Eglo-Sortiment gegeben, zum anderen wurde mit dem Aufkommen des LED hier die Priorität auf Sortimentserweiterung gelegt. So wurde das technische Licht etwas links liegen gelassen.

Aber es ist im Werden?

Obwieser: Ab Mai sind wir lieferfähig. Wir arbeiten ja schon seit 2009 daran. Es hat noch nie etwas so lange bei Eglo gedauert. Das ist ein Beispiel dafür, wo wir zu wenig Tempo gemacht haben.

Welche Trends machen Sie bei Lampen aus?

Obwieser: Die Beleuchtungsbranche gleicht der Modebranche. Die Zyklen werden immer kürzer. Wenn früher eine Leuchte fünf Jahre interessant war, dann ist sie heute im Schnitt nach zweieinhalb Jahren out. Wir sind immer gefordert, auf Basis der letztgültigen Technologie neue optische Designs zu kreieren.

Werden Lampen teurer?

Obwieser: Die Leuchten selbst werden immer billiger, die Umstellung auf die LED-Technologie verteuert sie wieder. Allerdings erhält der Konsument dadurch eine Beleuchtung, die alle Stücke spielt. Dass man die Lichtstärke verändern kann, ist nichts Außergewöhnliches. Neu ist, dass man den Farbton des Lichts verändern kann. Mit einem eigenen Steuerungsgerät kann man seine eigene Lichtstimmung mixen. Wenn ich zum Beispiel am Abend daheim bei einem Glas Wein sitze, kann ich das Licht auf entsprechend angenehme Warmtöne dimmen. Derzeit arbeiten wir mit Prototypen. Wir gehen davon aus, dass wir bereits im nächsten Jahr mit dieser Beleuchtung schöne Erfolge feiern.


Kommentieren