Vom Zillertal nach New York

Sie ist aus Hippach und will hoch hinaus in der Schauspielwelt: Julia Rosa Stöckl studiert Schauspiel in New York und drehte schon mit Christoph Waltz und Tobias Moretti.

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Von Tanja Gruber

Hippach, New York –Dass sie einmal Schauspielerin werden will, wusste die Hippacherin Julia Rosa Stöckl schon als kleines Mädchen. „Meine Eltern mussten immer sämtliche Inszenierungen, selbstgedrehten Filme und Ballettaufführungen ertragen, mein Bruder durfte eine Nebenrolle spielen“, erzählt sie. Der Durchbruch gelang der Zillertalerin dann 2006 als Mona im Film „In 3 Tagen bist du tot“. Zurzeit jettet Stöckl zwischen New York, wo sie ein Schauspielstudium im „The William Esper Studio“ absolviert, München und Tirol umher.

Mit dem Studium in New York ging ein Traum für die Zillertalerin in Erfüllung. „Mein Lehrer Bill Esper ist einer der besten Schauspiellehrer unserer Zeit. Er inspiriert mich sehr. Ich liebe die Arbeit und verstehe, wie wichtig es ist, wirklich zuzuhören und den Moment zu leben“, erzählt sie und schwärmt von den vielen erfahrenen US-Schauspielern dort und vom multikulturellen New York: „Die Stadt ist der Hammer.“

Geprägt haben sie auch ihre anderen Lehrer wie Klaus Rohrmoser, der ihr das Theater nähergebracht hat, Jens Roth aus Berlin, der sie Körpersprache gelehrt hat, oder Larry Moss aus LA, der ihr viele neue Inspirationen und die Hingabe zur Arbeit eröffnete.

Die junge Schauspielerin, die auch selbst Kindern und Jugendlichen Schauspielunterricht gibt, spielte bereits auf großen Theaterbühnen und war in verschiedenen Fernsehproduktionen, angefangen von „Der Winzerkönig“, „Das Jüngste Gericht“ mit Christoph Waltz und Tobias Moretti bis hin zu „Stille“ von Xaver Schwarzenberger, zu sehen. 2006 wurde sie für den UDINE Award nominiert.

„Bühne und Film sind zwei so unterschiedliche Medien, dass ich fast sagen würde, es sind zwei Berufe. Ich liebe beides sehr, kann mich total in einen Tschechov verlieben als auch schlaflos an einem neuen Filmscript arbeiten. Es geht um die Geschichten und die Menschen, mit denen man arbeiten kann“, so Stöckl.

Eine große Leidenschaft der Zillertalerin sind Sprachen. Sie studiert Spanisch, Französisch und Englisch mit einem Teilzeitstudium an einer Fernuniversität. „Sprachen haben sehr viel Einfluss in meiner Arbeit, ich glaube fest an die Zukunft von interkultureller Arbeit und Inspiration von anderen Kulturen. In meinen Rollen versuche ich sprachlich so fein wie möglich zu arbeiten, was Dialekte, Akzente etc. betrifft“, sagt sie. Zu ihren Hobbys zählen Reisen und Surfen. Vor allem von Süd- und Mittelamerika sowie Indien ist sie schwer beeindruckt.

Bald wird Julia Rosa Stöckl wieder Heimatluft schnuppern, weil sie in einem Fernsehfilm die Hauptrolle spielen wird, der demnächst vorwiegend in Tirol und Köln gedreht wird. Zudem produziert sie im Herbst zum zweiten Mal das Monodramafestival DIVA gemeinsam mit Reinhard Goeber in Tux. Heuer steht es unter dem Titel „Heimat Heimweh Heimatlos“. Unter anderem stehen eine Filmpremiere der Grimme-Preisträgerin Sabine Michel, eine Produktion mit Kindern aus Tux sowie die Fortsetzung von „Leaving Ziller Valley“ am Programm.

Stöckl freut sich schon wieder auf die Zeit in ihrer Zillertaler Heimat: „Ich komme für Projekte nach Tirol und natürlich, um meine Familie zu sehen. Ich mag die Ruhe im Zillertal. Heimweh kenne ich, aber irgendwie habe ich mich jetzt daran gewöhnt.“


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