ÖVP will Zweierkoalition, „Wahlkampf stur“ bei Stronach

Ledl, Palfrader, Geisler und Bodenseer als neue Platter-Stellvertreter nominiert. Beim Team Stronach sind Wahlbehörde und Anwälte am Zug.

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Von Peter Nindler

Innsbruck – Die Überraschungen blieben aus: Der ÖVP-Landesparteivorstand hat gestern erwartungsgemäß Noch-Frauenchefin Sonja Ledl, Bildungslandesrätin Beate Palfrader, Bauernbundobmann und VP-Klubchef Josef Geisler sowie Wirtschaftsbundobmann Jürgen Bodenseer als neue Vizeobleute der Partei vorgeschlagen. Gemeinsam mit Parteichef LH Günther Platter stellen sie sich am Samstag der Wahl beim Landesparteitag in der „area 47“ in Ötztal-Bahnhof. Einmal mehr präsentierte Platter das Motto der ÖVP für die Landtagswahl am 28. April: „Wir oder das Chaos.“

Das Halten der 16 Mandate ist das erklärte Wahlziel der ÖVP, über eine Schmerzgrenze, bei der er sein Amt zur Verfügung stellen werde, wollte der Landeshauptmann am Dienstag keine Spekulationen aufkommen lassen. „Wir wollen gewinnen“, sagte er. Der Stil der neuen bürgerlichen Liste „Vorwärts Tirol“, die eine Koalition mit ihm ausschließt, lehnt Platter ab. „Wir werden nach der Wahl mit allen Parteien Gespräche führen. Wer unser Programm für Tirol, den Tirol-Plan, mitträgt, wird unser Regierungspartner sein.“ Für Parteimanager Martin Malaun hat die ÖVP als einzige Partei einen „Plan, wie es in Tirol weitergehen soll“. Platter wünscht sich weiterhin eine Zweierkoalition. Mit Ausnahme von Agrarreferent LHStv. Toni Steixner treten alle Regierungsmitglieder wieder bei der Wahl an. Wird es danach Veränderungen im Regierungsteam geben? Dazu Platter: „Alle Regierungsmitglieder sind im Wahlkampf gefordert, einen Blankoscheck für ein Regierungsticket gibt es nicht.“

Seit gestern hängen auch die ersten Wahlkampfplakate vom Team Stronach. Sie zeigen wohlweislich das Konterfei von Parteichef Frank Stronach. Denn wer das Tiroler Team in den Wahlkampf führt, steht nach wie vor nicht fest. Hans-Peter Mayr und Joe Bellinger halten an ihrem Wahlvorschlag fest. Sie haben allerdings Sonja Ulmer, der Spitzenkandidatin der von der Parteizentrale in Wien eingereichten Liste, einen Listenplatz angeboten. Darauf will die Parteiführung nicht eingehen, vielmehr wartet man die Entscheidung der Wahlbehörde am Donnerstag ab und bereitet Klagen vor.

Stronach-Berater Stefan Wehinger erklärte gestern, dass bereits Kosten von mehr als 300.000 Euro entstanden seien. „Unsere Forderungen können aber noch höher sein, sollte die Wahlbehörde die Mayr-Liste zur Wahl zulassen.“ Ein Anwaltsbrief wurde gestern bereits verfasst.

Detail am Rande: Der wegen seiner Verbindungen zu einem rechten Hetzblog zurückgetretene Landeskoordinator Alois Wechselberger geht in der Stronach-Zentrale in Innsbruck wieder ein und aus. Auf Anfrage der TT hat der Stronach-Berater dies bestätigt. „Er war aber nur privat da, um sich zu erkundigen, wie es bei uns weitergeht“, schränkte Wehinger ein.


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