Israel reagierte mit Luftangriffen auf Beschuss aus Gaza

Mehrfach haben Palästinenser die Waffenruhe mit Israel gebrochen – nun antwortet die Lufwaffe mit mehreren Angriffen auf Ziele im Gazastreifen. Auslöser der palästinensischen Provokationen war der Tod eines Häftlings in israelischer Gefangenschaft.

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Tel Aviv –Nach Monaten der relativen Ruhe nehmen die Spannungen an der israelischen Grenze zum Gaza-Streifen wieder zu. Erstmals seit dem Beginn einer Waffenruhe mit der Hamas vor vier Monaten reagierte die israelische Luftwaffe am späten Dienstagabend mit Luftangriffen auf Extremistenstellungen in dem abgeriegelten Küstengebiet auf mehrere Raketenangriffe von dort auf israelische Dörfer. Auch am Mittwoch schlugen zwei Geschosse aus dem Gazastreifen im Süden Israels ein. Verletzt wurde dabei niemand.

An der israelischen Nordgrenze wächst die Furcht vor einer Eskalation: Nach neuerlichem Beschuss einer Militärpatrouille aus Syrien erwiderten israelische Soldaten das Feuer auf syrisches Gebiet.

Bereits am Vortag hatten Extremisten aus dem Gaza-Streifen drei Raketen auf Israel abgeschossen. Zu dem Angriff bekannte sich ein Ableger der Extremisten-Gruppe Al-Kaida, Magles Shura al-Mujahadin. Nach dem Beschuss nahm Israel nach eigenen Angaben zwei Extremisten-Stützpunkte im nördlichen Gaza-Streifen unter Beschuss. Das Gebiet wird von der radikal-islamischen Hamas regiert, entsprechend macht Israel sie für die Einhaltung der unter ägyptischer Vermittlung im November vereinbarten Waffenruhe verantwortlich. Diese hatte einen mehrtägigen Krieg beendet, bei dem etwa 170 Palästinenser und sechs Israelis getötet wurden.

Israelische Soldaten auf Golan-Höhen unter Beschuss

Unterdessen drohte der Syrien-Konflikt erneut auf die Golan-Höhen überzugreifen. Dort gerieten Militärangaben zufolge israelische Soldaten auf Grenzpatrouille unter Beschuss. Unklar war, ob Rebellen oder Streitkräfte des syrischen Machthabers Bashar al-Assad auf die Israelis geschossen hatten. Israelische Panzer erwiderten das Feuer und trafen nach eigenen Angaben die Angreifer. Es war nicht das erste Mal, dass Granaten aus Syrien auf israelischem Territorium einschlugen.

Israel befürchtet ein Übergreifen des Bürgerkriegs im Nachbarland. Die UNO-Blauhelmtruppe am Golan, die den Waffenstillstand zwischen beiden Staaten überwachen soll, hat kein Mandat des Weltsicherheitsrates, um beim Ausbrechen eines bewaffneten Konfliktes einzugreifen. Österreich, das an der internationalen Mission teilnimmt, hat mit dem Abzug seiner Soldaten gedroht.

Syrischer

Angriff im Libanon

Auch der Libanon wurde einmal mehr in den Syrien-Konflikt hereingezogen. Ein Kampfflugzeug der syrischen Luftwaffe flog Augenzeugen zufolge einen Angriff in dem Nachbarland. Der Jet habe eine Rakete auf ein Ziel im Vorort der Grenzstadt Arsal abgefeuert, hieß es am Mittwoch. Es habe keine Opfer gegeben. Das Flugzeug sei 20 Kilometer weit in den Libanon eingedrungen. Die Regierungstruppen haben im Kampf gegen Aufständische wiederholt Granaten auf libanesisches Staatsgebiet abgefeuert und sind in einigen Fällen dorthin vorgedrungen. Präsident Michel Suleiman sprach von einer inakzeptablen Verletzung der libanesischen Souveränität.

In Israel traten inzwischen tausende palästinensische Häftlinge aus Protest gegen den Tod eines Gefangenen in einem israelischen Krankenhaus in einen dreitägigen Hungerstreik. Rund 4.600 Häftlinge verweigerten am Mittwoch ihre Mahlzeiten, bestätigte die Sprecherin der israelischen Gefängnisbehörde, Sivan Weizman. (APA/Reuters/dpa)


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