„Politik muss raus aus der Wirtschaft“

Sollte es am 28. April nicht klappen, will „Für Tirol“-Chef Pfurtscheller auch bei den nächsten AK- und Wirtschaftskammerwahlen antreten.

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Eine neue Autobahn durch das Außerfern wird von Liste Fritz, ÖVP und Grünen als einziger Verkehrsmoloch gesehen.Symbolf oto: Pantherstock

Herr Pfurtscheller, Sie kommen aus der VP. Warum treten Sie eigenständig an?

Patrick Pfurtscheller: Weil ich erkannt habe, dass in der ÖVP kein Erneuerungs­prozess möglich ist.

So argumentiert auch „Vorwärts Tirol“. Hätten Sie 2012 gedacht, dass Ihr Beispiel Schule macht?

Pfurtscheller: Im Vorjahr war nicht damit zu rechnen, dass eine Hobbyjägerin und ein Ex-Bahnmanager aus den Stauden herauskommen und eine Liste gründen.

In den Umfragen liegen Sie nicht gerade auf Landtagskurs. Was läuft schief?

Pfurtscheller: Unsere eigenen Umfragen sind nicht so schlecht, deshalb bin ich optimistisch. Wir wollen vor allem die Nicht- und Erstwähler ansprechen und die Politikverdrossenen gewinnen. „Für Tirol“ ist eine Bürgerbewegung aus der Mitte des Lebens.

Die bürgerliche Konkurrenz mit den vielen Listen scheint aber übermächtig zu sein.

Pfurtscheller: Ich habe kämpfen gelernt und dies in meinem Beruf als Geschäftsführer eines Autohauses bewiesen. Mein Motto lautet „Carpe diem“ (Nutze den Tag). Leider ist „Liste Fritz“-Klubchef Bernhard Ernst plötzlich gestorben. Er hat eine Oppositionsplattform forciert.

Aber die wäre jetzt ja auch noch möglich gewesen.

Pfurtscheller: Die Gespräche sind gescheitert, bei „Vorwärts Tirol“ hatte ich das Gefühl, man will uns nicht. So sind wir ein Bündnis mit den Freien Tirolern eingegangen.

Was stört Sie in der Tiroler Politik?

Pfurtscheller: Die Freunderlwirtschaft muss endlich aufhören. In Tirol entscheiden nur ein paar Politiker. Wer sich dagegenstellt, über den wird einfach drübergefahren. Es ist Zeit für eine Veränderung.

Was wollen Sie verändern?

Pfurtscheller: Es braucht mehr direkte Demokratie, die Bevölkerung muss in Entscheidungsprozesse eingebunden werden. Auch die Politikergehälter gehören drastisch reduziert und das freie Mandat darf nicht nur eine Worthülse sein.

Sie fordern in Ihrem Programm außerdem die Entpolitisierung der Landes­gesellschaften.

Pfurtscheller: Die Politik muss sich aus der Wirtschaft zurückziehen. Tiwag-Chef Bruno Wallnöfer hätte in der Privatwirtschaft schon längst seinen Sessel räumen müssen, weil er noch kein Kraftwerksvorhaben auf die Reihe gebracht hat.

Was ist, wenn „Für Tirol“ bei der Wahl scheitert?

Pfurtscheller: Unsere Partei ist auch ein Projekt. Wir werden auch bei den Wirtschafts- und Arbeiterkammerwahlen antreten. Die Interessen der Arbeitnehmer sowie der Klein- und Mittelbetriebe werden kaum mehr vertreten.

Das Gespräch führte Peter Nindler


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