Erscheinungen und Comics: Wahlkampf mit Chávez‘ Geist

In Venezuela hat der Wahlkampf begonnen. Interimspräsident Nicolás Maduro setzt dabei auf den Geist des verstorbenen Hugo Chávez.

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Caracas - Vier Wochen nach dem Tod von Hugo Chávez hat in Venezuela der Wahlkampf für die Neuwahl eines Staatsoberhaupts begonnen. Interimspräsident Nicolás Maduro setzt dabei stark auf den Geist seines Vorgängers und nutzt diesen für Propaganda-Zwecke.

In einem Video, das im staatlichen TV-Sender Vive ausgestrahlt wurde, ist Chávez als Comicfigur zu sehen, die im „Himmel“ ankommt. Dort empfangen ihn unter anderem der venezolanische Volksheld Simón Bolivar, Kubas Widerstandskämpfer Che Guevara und die argentinische Ikone Evita Perón. Der Clip unter dem Titel „Hasta siempre Comandante“ wurde auch auf der Videoplattform Youtube veröffentlicht.

Chávez-Erscheinung in Form eines Vögelchens

Maduro berichtete zudem, dass ihm Chávez in Gestalt eines Vögleins erschienen sei. Im Innenhof von Chávez‘ Geburtshaus im westlichen Bundesstaat Barinas erzählte Maduro am Dienstag von der eigenartigen Erscheinung in einer Kapelle. „Ein kleines Vögelchen kam hereingeflogen und machte drei Umdrehungen. Es setzte sich auf einen Holzbalken und begann zu zwitschern. Ich schaute es an und zwitscherte ihm ebenfalls zu. Ich spürte den Geist von ihm (Chávez). Es war, als wolle er uns seinen Segen geben“, erzählte Maduro.

Bei einer Wahlkampfveranstaltung in der westlichen Region Zulia forderte Maduro am Abend seine politischen Gegner auf, sich über seine Erzählung nicht lustig zu machen. „Lassen Sie doch die Intoleranz, die Respektlosigkeit gegenüber der tiefen Spiritualität der christlichen Männer und Frauen, die wir fest an die Werte eines Führers glauben, der zu Lebzeiten die Werte Christi verkörperte“, sagte er.

Maduros stärkster Gegner, Henrique Capriles, rief die Venezolaner ebenfalls auf, am 14. April zur Wahl zu gehen. Seine Stimme nicht abzugeben, sei keine Alternative, sagte er nach Angaben des Fernsehsenders Globovision im ostvenezolanischen Bundesstaat Monagas.

Interimspräsident liegt in Umfragen vorn

Maduro liegt in der Wählergunst nach Umfragen derzeit mindestens zehn Prozentpunkte vor Capriles. Bei der Wahl im Oktober 2012 hatte Chávez gegen Capriles mit 55,1 zu 44,3 Prozent der Stimmen gewonnen.

„Comandante“ Chávez war am 5. März an Krebs gestorben. Er hatte Venezuela seit 1999 regiert. (tt.com, dpa)


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