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Soziale Netzwerke hinterlassen ihre Spuren in der Literatur: Facebook-Freunde werden neuerdings zu Recherche-Helfern und Statusmeldungen zum Roman.

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Von Christiane Fasching

Innsbruck –„Wie bringt man jemanden um, den man über alles hasst?“ Wer eine solche Frage bei Facebook postet, hat in der Regel nicht alle Tassen im Schrank. Bernhard Aichner hingegen wirkt total normal – dass Ende März genau dieser mörderische Satz auf seinem Account zu lesen war, hat literarische Gründe. Der Tiroler Autor, der zuletzt mit seiner Krimireihe über den unkonventionellen Toten­gräber Max Broll für wohlige Spannungsschauer sorgte, feilt gerade an einem neuen Roman, der erneut im morbiden Milieu angesiedelt ist. Die Heldin des Krimis, der im kommenden Jahr bei einem großen deutschen Verlag erscheinen wird, arbeitet als Bestatterin. Leichen pflastern also ihren Weg. Und damit auch den von Aichner, der – wie er gegenüber der TT betont – ein „Autor zum Angreifen“ sein will. Einer, der mit seinen Lesern in Kontakt tritt und sich gegebenenfalls auch von ihnen inspirieren lässt.


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