Lehrer für andere Lebenslagen

Die kaum bekannten Lehramtsstudien Ernährungspädagogik sowie Informations- und Kommunikationstechnologie bergen gute Berufsperspektiven für Tiroler Junglehrer.

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Von Ernst Spreng

Innsbruck –Hunderte Interessierte tummelten sich kürzlich in der Pädagogischen Hochschule (PH), um sich über die verschiedenen Studien bei einem Tag der offenen Tür zu informieren. Volksschule, Neue Mittelschule und Sonderschule, das sind die bekannten Lehramtsstudien, für die sich die meisten interessieren. Was nur die wenigsten wissen: Es gibt noch weitere interessante Lehramtsstudien mit teils hervorragenden Jobaussichten in der Zukunft – und das nicht nur an Schulen.

Seit 2007 werden an der PH auch die Bachelorstudien für Ernährungspädagogik sowie für das Lehramt in Informations- und Kommunikationstechnologie angeboten. Die PH ist in ganz Westösterreich die einzige Möglichkeit, diese Lehrämter zu studieren. Zielgerichtet auf berufsbildende mittlere und höhere Schulen macht man in sechs Semestern seinen „Bachelor of Education“.

Für die Ernährungspädagogen zuständig ist Christa Meliß, die sich pro Jahr über maximal 20 Studienanfänger freut. „Das Studium der Ernährungspädagogen ist bei uns intensiv auf praktisches Erarbeiten ausgerichtet. Unsere Studierenden sollen Jugendlichen vermitteln, wie wichtig eine Ernährungsänderung mit Bestand für das Wohlbefinden ist“, erklärt Meliß. Gerade in den Schulen falle immer wieder auf, dass es inzwischen ganze Generationen gebe, die nicht kochen könnten. Ernährungspädagogen sollen diesem gesellschaftlichen Phänomen entgegentreten und Lust auf gesunde Ernährung machen. Meliß: „Wir achten in den drei Jahren Ausbildung darauf, dass die Studenten möglichst viel praktische Erfahrung sammeln können und einen umfassenden Einblick in alle Bereiche der Ernährung erhalten.“

Zum Bachelorstudium des Ernährungspädagogen gehört deshalb auch ein 24-wöchiges Praktikum in der Gastronomie, das sowohl Service als auch Küche umfasst. Gerade die enge Verflechtung zwischen Studium und Wirtschaft bringt es mit sich, dass sich immer wieder Interessierte aus der Gastronomie melden, die sich für den Ernährungspädagogen als zweiten Bildungsweg entscheiden. Die Jobaussichten für Ernährungspädagogen werden in den kommenden Jahren in Tirol steigen, da eine größere Pensionierungswelle ansteht.

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Ebenfalls kein Massenstudium ist das Lehramt für Informations- und Kommunikationstechnologie an der Pädagogischen Hochschule Tirol. Maximal 15 Studierende werden pro Jahr aufgenommen und lernen, wie man die verschiedensten Computerprogramme anwenderorientiert vermitteln kann. Jene, die diese Ausbildung absolvieren, sind von Beginn an heiß begehrt. Einige von ihnen bekommen bereits während des Studiums konkrete Jobangebote. „Durch die Verknüpfung von pädagogischem Background und dem klassischen Fachwissen sind unsere Abgänger oft in der Erwachsenenbildung tätig“, erzählt Koordinatorin Klaudia Fuchs. Auch hier gehört zum Studium der Nachweis eines 24-wöchigen Berufspraktikums dazu. Gelernt wird vom Officemanagement über Bildbearbeitung und Webdesign alles, was Schüler in ihrem zukünftigen Arbeitsalltag benötigen.

Beide Bachelorstudien kämpfen mit ihrem geringen Bekanntheitsgrad in der Öffentlichkeit, ist Regine Mathies überzeugt. Sie ist an der PH für das Institut der Berufspädagogik zuständig. „Die Berufspädagogik ist ein enorm wichtiges Feld in unserem Schulsystem. Unsere Abgänger sollen sicherstellen, dass ihre Schüler möglichst praxisbezogen unterrichtet werden“, so Mathies. Beide Studienzweige sind Vollzeitstudien.


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