165.000 junge Äschen für mehr Artenvielfalt am Inn

Um den Inn noch lebendiger zu machen, wurden am Mittwoch 165.000 Jungfische aus Tiroler Produktion ausgesetzt.

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Innsbruck, Roppen – Von ehemals 33 vorkommenden Fischarten am Inn sind nur noch zwei Arten häufig. Der Rest ist entweder ausgestorben oder in seinem Fortbestand gefährdet. Das berichtet der WWF in einer aktuellen Presseaussendung.

Um für mehr Artenvielfalt zu sorgen und den Inn lebendiger zu machen, wurden am Mittwoch in einer gemeinsamen Aktion vom Tiroler Fischereiverband, dem Land und dem WWF 165.000 junge Äschen aus heimischer Produktion in den Landesfluss gesetzt.

Ein Großteil der Jungfische wurde im Gemeindegebiet von Roppen ausgesetzt. Dort biete die Innstrecke laut WWF noch „geeignete Laichplätze, gute Einstände und Fluchtmöglichkeiten im Hochwasserfall“. „Das wird den Fortpflanzungserfolg fördern und die Äschenbestände wieder steigen lassen“, hofft Markus Schröcksnadel, Obmann des Tiroler Fischereiverbandes.

Zu weiteren Verschlechtungen dürfe es nicht kommen, warnt der WWF. „Wir haben mit dem Land Tirol und dem Umweltminister vereinbart, dass in den nächsten drei Jahren weitere Flussräume am Inn geschaffen werden. Das ist wichtig, damit der Landesfluss noch lebendiger wird und seine umfangreichen Funktionen erfüllen kann“, erklärt Christoph Walder vom WWF.

„Es ist notwendig, dass in Zukunft nur noch Maßnahmen gesetzt werden, die die Situation am Inn für Natur und Menschen verbessern“, bekräftigt auch WWF-Flussbotschafter Toni Innauer.

In das Kooperationsprojekt „der.inn-lebendig und sicher“ von Lebensministerium, Land Tirol und WWF wurden bisher rund vier Millionen Euro investiert. Maßnahmen im „Oberen Gericht“, aber auch im Mittleren Inn zwischen Telfs und Zirl trugen dazu bei, dass Fische, aber auch andere flussbegleitende Tier- und Pflanzenarten wie der Biber, von den verbesserten Lebensräumen profitieren. Um die Bevölkerung bestmöglich zu informieren, werden laufend Schulprojekte, Vorträge und Exkursionen durchgeführt.

Die Fischbestände in den heimischen Gewässern wie dem Inn seien innerhalb der vergangenen Jahrzehnte massiv geschrumpft, schlägt der WWF Alarm. „Vor allem Wasserkraftwerke und harte Uferverbauungen machen den Fischen, aber auch vielen anderen Arten zu schaffen.“ Flussrevitalisierungen würden deshalb die Basis dafür bilden, dass bedrohte Fischarten wie Äschen, Nasen oder Urforellen überleben können.

Die heute in Roppen ausgesetzten Äschen wurden in der Fischzucht des Tiroler Fischereiverbandes in Thaur gezogen und aus dem Laich von Elterntieren aus dem Inn erbrütet. Die Maßnahmen sind Teil des Interreg 4-Projekts „AlpÄsch“ mit Italien, in dem es unter anderem um die Sicherung natürlicher Äschenpopulationen geht. (tt.com)


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