Kampf um Sozialplan bei Tyrolean

Für die 109 Tyrolean-Mitarbeiter, die vom Aus der Verwaltung in Tirol betroffen sind, wird es ernst. Morgen starten die Verhandlungen über einen Sozialplan, der Betriebsrat schließt Kampfmaßnahmen nicht aus.

  • Artikel
  • Diskussion

Von Max Strozzi

Innsbruck –Gestern haben Betriebsrat, Gewerkschaft und AK Tirol die Tyrolean-Mitarbeiter über das weitere Vorgehen nach dem Abzug der Verwaltung nach Wien informiert. Schon morgen Freitag um 8.30 Uhr wird es ernst. Dann wird in Innsbruck über einen Sozialplan für die 109 betroffenen Beschäftigten verhandelt. „Wenn wir das Gefühl haben, dass man uns mit einem Butter­brot abspeisen will, werden wir nächste Woche eine Betriebsversammlung einberufen, die auch länger dauern kann“, droht Thomas Steiner, Tyrolean-Betriebsrat für das kaufmännisch-technische Personal, mit Kampfmaßnahmen. „Wir wollen der Geschäftsführung zeigen, dass wir geschlossen hinter den Beschäftigten stehen“, so Steiner.

Die Frage der Arbeitsstiftung drohe aber kompliziert zu werden, befürchtet Tirols ÖGB-Chef Otto Leist. „Es gibt eine bestehende Arbeitsstiftung der AUA/Tyrolean. Die darf aber seit dem 1. Jänner keine Stiftlinge mehr aufnehmen und ist außerdem in Oberösterreich angesiedelt. Man muss daher eine eigene Stiftung in Tirol einrichten“, sagt Leist. Er bezeichnet das Aus für die Innsbrucker Tyrolean-Verwaltung als „traurig und beschämend“ für die AUA. Leist sieht auch die Politik gefordert. „Es kann nicht sein, dass man wegen des FC Wacker einen Sondergemeinderat einberuft, und wenn 109 AUA-Mitarbeiter abwandern, soll nichts getan werden“, kritisiert Leist.

Man dürfe sich nicht unter Zeitdruck setzen lassen, sagt Georg Humer vom AK-Betriebsservice und bezieht sich auf Tyrolean-Geschäftsführer Klaus Froese, der als Ziel für einen Sozialplan den 24. April genannt hatte. Humer rät den Beschäftigten, sich nicht vorschnell zu Zusagen und Unterschriften drängen zu lassen. Wie das Stiftungs­konstrukt aussehen soll, wird nun verhandelt. „Bevor öffentliche Mittel angezapft werden, steht das Unternehmen in der Pflicht. Die AUA ist ja nicht zahlungsunfähig“, so Humer. Sollte ein Sozialplan scheitern, sei der Gang zur Schlichtungsstelle möglich. Als „Oberwahnsinn“ bezeichnet Humer, dass jene Mitarbeiter, die wie angeboten nach Wien übersiedeln möchten, sich für den Job erneut bewerben müssten.

Die AUA wollte gestern keine Kommentar zu den bevorstehenden Sozialplan-Verhandlungen abgeben. Wie es heißt, soll den betroffenen Mitarbeitern bis Mitte Mai Zeit eingeräumt worden sein, sich einen Umzug in die Verwaltung nach Wien zu überlegen. Einige Mitarbeiter sollen dazu bereit sein. „Viele dürften es aber nicht sein“, räumt Betriebsratschef Steiner ein.

TT-Geburtstag: Jetzt eine von 76 Torten gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet automatisch.


Kommentieren


Schlagworte