Niedermeyer-Abverkauf: Ansturm am Ende des Tages hoch

Bei der insolventen Elektrokette Niedermeyer geht es nun Schlag auf Schlag. Der Abverkauf startet schon am heutigen Donnerstag, letzter Verkaufstag sei der kommende Samstag.

  • Artikel
  • Diskussion

Wien - Heute, Donnerstag, begann der Abverkauf in jenen 53 Filialen in ganz Österreich, die geschlossen werden. Letzter Verkaufstag für diese Filialen sei der kommende Samstag, sagte Niedermeyer-Sprecher Christian Rothmüller. Eine Liste der betroffenen Geschäfte hat das Unternehmen unter http://www.niedermeyer.at/sanierung/ veröffentlicht. Die meisten Filialschließungen sind in Wien geplant (14 Standorte), gefolgt von der Steiermark (12) und Niederösterreich (7).

In Tirol sollen fünf der insgesamt neun Filialen geschlossen werden. Die Tiroler Tageszeitung berichtete (siehe Artikel links). Dieser Plan bedürfe allerdings noch der gerichtlichen Genehmigung, betonte Rothmüller. Mittwochnachmittag hat eine Gläubigerausschusssitzung stattgefunden, in der der weitere Fahrplan besprochen wurde.

Die rund 580 Beschäftigten der Elektrokette haben für März übrigens keine Löhne bzw. Gehälter bekommen, gab die Arbeiterkammer heute bekannt. Aushelfen soll nun der Insolvenzfonds. Bisher wurde jedoch noch kein Antrag gestellt, sagte Insolvenzfonds-Chef Wolfgang Pfabigan zur APA. Kreditlinien seien dafür nicht notwendig. „Das Geld ist vorhanden“, so Pfabigan. Er schätzt, dass der Fonds „ein paar Millionen“ ausschütten werde. Bis die Mitarbeiter ihr Geld bekommen, dürften aber noch einige Wochen vergehen.

Die Niedermeyer-Homepage war am Mittwoch für kurze Zeit nicht mehr erreichbar. Das Unternehmen veröffentlichte die Liste jener 53 Filialen, die nur noch bis Samstag (6. April) offen haben. Reparaturen oder Fotobearbeitungen werden ab 8. April von den verbliebenen 45 Geschäften übernommen, beruhigt Niedermeyer.

Ein Überblick der geplanten Schließungen ab 8. April nach Bundesland:

Wien: 14 von 30 Filialen

Niederösterreich: 7 von 17 Filialen

Steiermark: 12 von 17 Filialen

Tirol: 5 von 9 Filialen

Oberösterreich: 4 von 8 Filialen

Kärnten: 5 von 7 Filialen

Burgenland: 4 von 5 Filialen

Salzburg: 2 von 4 Filialen

Vorarlberg: keine Schließung, eine Filiale bleibt

(APA)

Eine Reportage dazu finden Sie in der Freitagausgabe der Tiroler Tageszeitung.


Kommentieren


Schlagworte