Liste Fritz hofft auf eine Wendekoalition in Tirol

Auch für die Liste Fritz ist eine Regierung ohne die ÖVP das Wahlziel für den 28. April. Haselwanter-Schneider: „Werden wieder fixe Größe sein.“

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Innsbruck – Fritz Dinkhauser fällt es schwer, Abschied von der politischen Bühne zu nehmen. Bei der Präsentation der Landesliste des Bürgerforums/Liste Fritz rechnete der Chef des Bürgerforums gestern noch einmal mit der ÖVP-Politik im Land ab. „Unser Wahlziel ist es, an einer Regierung ohne die Volkspartei beteiligt zu sein“, erklärte der Partei­gründer. Deshalb begrüße er alle Gruppierungen, die bei der Landtagswahl antreten. Erneut prangerte Dinkhauser die Vorgänge beim Fohlenhof Ebbs, der Lebenshilfe, der Hypo Tirol und bei den Agrargemeinschaften an. „Wir haben diese Missstände aufgezeigt, die ÖVP trägt dafür die Verantwortung.“

Auf der Landesliste gibt es keine bekannte Gesichter, „aber mutige Bürger, die sich zu uns bekennen“, wie Dinkhauser anmerkte. Hinter Spitzenkandidatin Andrea Haselwanter-Schneider und Andreas Brugger kandidieren Isabella Gruber aus Kufstein sowie der Bürgermeister von Pians Peter Rauchegger. Auch für Haselwanter-Schneider hat sich die ÖVP nach 70 Jahren abgearbeitet. „Wir stehen am Vorabend einer Wende.“ Die Liste Fritz stehe für ein offenes, gerechtes und modernes Tirol.

Laut den jüngsten Umfragen würde die Liste Fritz, die bei den Landtagswahlen 2008 mit 18,4 Prozent zweitstärkste Kraft im Landtag wurde, derzeit fünf Prozent erreichen. „Die Umfragen beunruhigen mich nicht, auch 2008 lagen wir deutlich niedriger als dann am Wahltag“, sagte die Klubchefin. Sie geht davon aus, dass „wir eine fixe Größe im Landtag werden“.

Für Andreas Brugger, der ursprünglich nicht mehr kandidierten wollte, symbolisiert die ungelöste Frage der Agrargemeinschaften den Zustand der Politik in Tirol. „Es darf in unserem Land nicht passieren, dass den Menschen das Recht weggenommen wird.“ Das Bürgerforum habe in den vergangenen fünf Jahren qualifizierte Arbeit geleistet, „es braucht uns, es muss weitergehen“.

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Letztlich schließt die Liste Fritz eine Koalition mit der ÖVP mehr oder weniger aus. „Es würde nicht ausreichen, wenn sie nach der Wahl die Köpfe austauscht“, betont Haselwanter-Schneider. „Und ich gehe nicht davon aus, dass vernünftige Leute wie Gemeindeverbandspräsident Ernst Schöpf in der Tiroler Volkspartei etwas werden können.“ (pn)


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