IHS-Chef erwartet Ende des Bankgeheimnisses in Österreich

IHS-Chef Keuschnigg erwartet, dass Österreich wohl dem Druck der EU und der USA nachgeben könnte. Das Bankgeheimnis wäre damit Geschichte.

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IHS-Chef Christian Keuschnigg.
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Wien – IHS-Chef Christian Keuschnigg erwartet den Fall des Bankgeheimnisses in Österreich. Es sei „zu erwarten, dass der Druck der USA und der EU letztendlich zum automatischer Informationsaustausch (AIA) führen wird“, schreibt Keuschnigg in einem aktuellen IHS-Positionspapier. Österreich könne den „Übergang zum AIA verzögern, aber vermutlich nicht mehr verhindern.“

Eine Entwicklung zum forcierten Informationsaustausch zeichne sich auch in der Schweiz ab. „Das Land hat jüngst mit den USA zwecks Erfüllung des Foreign Account Tax Compliance Act (FATCA) ein Abkommen abgeschlossen, das einen weitgehenden Informationsaustausch (anonyme Blockmeldungen bis hin zu Individualmeldungen auf Anfrage) vorsieht und das Bankgeheimnis gegenüber Ausländern stark relativiert“, erinnerte der IHS-Chef.

Das kürzlich geschlossene Steuerabkommen zwischen Österreich und Liechtenstein sowie der Schweiz beinhaltet das Modell einer Quellensteuer. Für Keuschnigg ist eine Quellensteuer „mit dem Bankgeheimnis vereinbar und würde den Wohnsitzländern das ihnen zustehende Steueraufkommen garantieren.“ Dabei werden die inländischen Kapitalerträge an der Quelle besteuert und die Banken zahlen nur die Nettoerträge aus, ohne individuelle Kundeninformationen bekannt zu geben. (APA)


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