Ex-HCI-Crack Unterluggauer wird alleiniger ÖEHV-Rekordspieler

Der 36-Jährige Kärntner wird am Freitag sein 229. Länderspiel bestreiten.

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Innsbruck – Gerhard Unterluggauer wird am Freitag im Eishockey-Testspiel Österreich gegen Kasachstan in Innsbruck (18.00 Uhr/live auf ORF Sport +) alleiniger ÖEHV-Rekordinhaber bei Länderspieleinsätzen werden. Der Verteidiger des Villacher SV wird sein 229. Länderspiel bestreiten. Weniger Stolz, vielmehr Dankbarkeit gegenüber dem Verband und den Trainern bestimme seine Gefühle, sagte Unterluggauer am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Innsbruck.

Debüt als Faschingsscherz

Unterluggauer hielt bisher die Bestmarke in Österreich gemeinsam mit dem vor fünf Jahren zurückgetreten Martin Ulrich. Er egalisierte diesen Rekord bei einem großen Erfolg, dem 2:3 n.V. beim Olympia-Qualifikationsturnier in Bietigheim-Bissingen gegen Deutschland, mit dem sich die Österreicher für die Spiele 2014 in Sotschi qualifizierten. Sein Debüt im Nationalteam feierte der 36-jährige Kärntner am 11. November 1993 gegen Italien. „Ein echter Villacher Faschingsscherz“, kommentierte „Luggi“.

Auf die internationalen Rekordhalter allerdings fehlen rund 100 Länderspiele. Raimo Helminen spielte 330 mal für Finnland, der deutsche Udo Kießling kam auf 320 Länderspiele und Jiri Holik auf 319 für die CSSR.

Sotschi als Ziel

„Es waren schöne Zeiten und ich muss mich beim Verband bedanken, so lange spielen zu dürfen“, sagte Unterluggauer, der jedoch nachschickt, dass die A-WM in Finnland und Schweden (3. bis 19. Mai) für ihn noch nicht das Ende seiner Teamkarriere sein soll: „Im nächsten Jahr in Sotschi möchte ich schon noch dabei sein, vorausgesetzt, die Trainer wollen mich noch. Das ist für mich persönlich ein wichtiges Thema.“ Für Unterluggauer wäre es sein dritter olympischer Einsatz.

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Im Rückblick auf seine Karriere im rot-weiß-roten Dress habe es viele Höhepunkte gegeben, herausragend war für ihn die WM 2004 in Prag mit dem zehnten Platz und einem 2:2 gegen Kanada und die Spiele 2002 in Salt Lake City (USA), bei denen es nach einem Sieg über die Slowakei ebenfalls den zehnten Endrang gab. Tiefpunkt sei sicherlich die Heim-WM 2005 in Wien gewesen, als Österreich abstieg. „Da saßen wir in der Kabine und dachten, wie kann das passieren, wir waren ja in den sechs Jahren zuvor unter Ron Kennedy mit den Erfolgen sehr verwöhnt“, erinnert sich Unterluggauer.

Aktuell fühle er sich als „Opa mit Kapuzinerglatze“ im Nationalteam sehr wohl: „Es macht viel Spaß, es läuft der Schmäh, es wird aber auch hart gearbeitet.“ Dass junge Spieler ihn um Rat fragen, bestärkt Unterluggauer: „Dafür bin ich gerne da, die sitzen ja oft zu Beginn beim Team in der Kabine und trauen sich nicht einmal zu atmen.“

„Nachtleben früher interessanter“

Im Rückblick auf seine bisherige Karriere habe sich Eishockey sehr geändert. „Das Spiel ist viel schneller geworden. Und du darfst den Gegner nicht mehr einschüchtern“, drückte es der gelernte Verteidiger Unterluggauer diplomatisch aus. Auch sei früher das „Nachtleben beim Team viel interessanter gewesen“.

Als Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft in Skandinavien bestreitet Österreich am Freitag und am Samstag in Innsbruck zwei Testspiele. „Wir haben einige junge und neue Spieler, die das System erst lernen müssen“, erklärte Team-Trainer Manny Viveiros. „Die Ergebnisse sind nebensächlich.“

Österreich spielt bei der WM in der Finnland-Gruppe in Helsinki und trifft zum Auftakt am 4. Mai auf die USA. Die weiteren Gruppengegner sind Frankreich, Lettland, Deutschland, die Slowakei, Gastgeber Finnland und Russland. „Wir planen zwar langfristig und wollen uns in der A-Gruppe platzieren, diesmal wäre das Erreichen des Viertelfinales unser Ziel“, sagte Viveiros. (APA)


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