Radzug: Der Teufel steckt im Detail

An den geplanten Südtirol-Taktverkehr zwischen Franzensfeste und Lienz ab 2014 müssen sich auch die beliebten Radtransporter der ÖBB anpassen. Probleme machen noch Radler, die ihr eigenes Bike benutzen.

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Von Catharina Oblasser

Lienz –Ab 2014 oder 2015 sollen die Südtiroler Nahverkehrszüge, die so genannten „Flirt“, nicht nur bis Innichen, sondern bis nach Lienz fahren – und das im Stundentakt. Damit sind die Kapazitäten des Schienennetzes stärker ausgelastet als bisher und das hat Auswirkungen auf die Radzüge der ÖBB.

Schon seit Jahren schätzen es immer mehr Gäste, von Innichen bis Lienz die Drau abwärts zu radeln und sich dann von der Bahn zurückbringen zu lassen. Dafür bieten die ÖBB spezielle Radtramperzüge, wegen des großen Andrangs sogar mit Doppelstockwaggons, an. Der neue bis nach Lienz erweiterte Südtirol-Takt dürfe daran auch nichts ändern, fordert Oskar Januschke vom Stadtmarketing Lienz. „An manchen Tagen verladen wir am Bahnhof bis zu 3500 Räder. Dabei gibt es viele Gäste mit Leihrädern, die die Möglichkeit nutzen, das Rad am Bahnhof abzugeben, sodass sie dann unbelastet die Rückreise antreten können.“ Diese Bikes werden vom Südtiroler Radverleiher auf der Straße zurücktransportiert.

Schwieriger ist es, wenn jemand mit dem eigenen Drahtesel unterwegs ist, denn dieser muss mit in den Zug, in dem auch sein Besitzer fährt. „In den Flirt-Zügen haben aber nur 30 bis 50 Fahrräder Platz“, sagt Januschke. Er ist dagegen, den Rad-Rücktransport von der Schiene auf die Straße zu verlegen. „Wir stehen für sanfte Mobilität.“

ÖBB-Manager Alexander Jug stellt klar: „Die Radzüge wird es weiterhin geben. Wir wollen durch die Umstellung auf den neuen Taktverkehr keinen einzigen Radler verlieren.“ Wer mit dem Leihrad kommt und dieses am Bahnhof abgibt, könne ja auch mit dem Flirt-Zug zurück nach Südtirol fahren, so Jug. „In nächster Zeit werden wir uns alle Details genau anschauen und eine Lösung finden.“ Die ÖBB würden schließlich gutes Geld mit den Radzügen verdienen. „Wir wären dumm, darauf zu verzichten.“

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