Nordkoreanische Armee genehmigt Atomangriff auf USA

Ein Atomangriff auf die USA sei endgültig genehmigt worden, teilte der Generalstab der nordkoreanischen Volksarmee am Donnerstag (Ortszeit) mit. Es könnten „moderne“ Waffen eingesetzt werden.

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Grenzposten zwischen Nord- und Südkorea.
© Yonhap

Washington, Pjöngjang - Im Konflikt mit Südkorea und den Vereinigten Staaten ist Nordkorea weiter auf Konfrontationskurs gegangen. Ein Atomangriff auf die USA sei endgültig genehmigt worden, teilte der Generalstab der nordkoreanischen Volksarmee am Donnerstag (Ortszeit) mit. Zudem blockierte die Führung in Pjöngjang den zweiten Tag in Folge den Zugang für Südkoreaner zum gemeinsam betriebenen Industriekomplex Kaesong.

In einer über die amtliche Nachrichtenagentur KCNA verbreiteten Erklärung erklärte der Generalstab, bei dem „gnadenlosen Einsatz“ könnten „moderne“ Waffen eingesetzt werden. Die Regierung in Washington werde formal darüber informiert, dass dies eine Reaktion auf Drohungen aus den USA sei.

USA fordern ein Ende der Kriegsrhetorik

Washington forderte Pjöngjang auf, seine Kriegsrhetorik einzustellen. Die jüngste „in einer langen Reihe von provokativen Erklärungen dient nur dazu, Nordkorea weiter vom Rest der internationalen Gemeinschaft zu isolieren und sein Ziel der wirtschaftlichen Entwicklung zu unterminieren“, erklärte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats, Caitlin Hayden, in Washington. „Nordkorea sollte seine provokativen Drohungen einstellen und sich stattdessen auf die Einhaltung seiner internationalen Verpflichtungen konzentrieren.“

Nordkorea hatte bereits vor einem Monat mit einem Präventivschlag gegen die USA gedroht. Vergangene Woche ordnete die Armee an, die Raketen für einen Angriff auf die USA in Bereitschaft zu versetzen. Wenig später erklärte Pjöngjang, es befinde sich mit Südkorea im „Kriegszustand“.

Am Mittwoch untersagte Pjöngjang südkoreanischen Beschäftigten die Einreise in den Industriekomplex Kaesong, wie ein Sprecher des Vereinigungsministeriums in der südkoreanischen Hauptstadt Seoul mitteilte. Die nordkoreanische Führung sagte demnach aber zu, die sich dort noch aufhaltenden rund 860 Südkoreaner ausreisen zu lassen. Südkoreas Verteidigungsminister Kim Kwan-jin erklärte, es sei ein Notfallplan erarbeitet worden. In einer „ernsten Lage“ sei auch eine Militäraktion zum Schutz südkoreanischer Bürger denkbar.

Auch am Donnerstag untersagte Pjöngjang südkoreanischen Beschäftigten die Einreise in den gemeinsam betriebenen Industriekomplex Kaesong. Einen Bericht der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap, wonach alle Südkoreaner Kaesong bis zum 10. April verlassen müssen, dementierte das Vereinigungsministerium in Seoul. Die nordkoreanischen Behörden hätten lediglich einige Unternehmen aufgefordert, eine Liste mit Namen von Arbeitern zu übergeben, die den Komplex bis zu diesem Datum verlassen wollten. Laut Seoul befanden sich am Donnerstagmorgen noch 812 Südkoreaner in der Anlage.

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel warnte vor „echter Gefahr“

Der Wirtschaftspark liegt in Nordkorea etwa zehn Kilometer von der Grenze zu Südkorea entfernt, Arbeit haben dort auch rund 53.000 Nordkoreaner. Der Komplex wurde 2004 als Projekt der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit gegründet und galt seitdem als wichtiges Symbol der Annäherung; er ist überdies eine wichtige Devisenquelle für das kommunistische Nordkorea.

Seit einem nordkoreanischen Raketentest im Dezember und einem Atomwaffentest Pjöngjangs im Februar wuchsen stetig die Spannungen zwischen den beiden Ländern, die sich seit 1953 formell noch im Kriegszustand befinden. Erst am Dienstag hatte Pjöngjang angekündigt, den Reaktor von Yongbyon wieder in Gang zu setzen und damit sein Atomwaffenprogramm zu stärken.

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel warnte am Mittwoch eindringlich vor der „echten und klaren Gefahr“ durch das nordkoreanische Atomprogramm. „Sie haben jetzt nukleare Fähigkeiten, sie haben Fähigkeiten zum Raketenabschuss“, sagte er am Mittwoch nach einer Rede in Washington.

Das Pentagon kündigte zudem an, angesichts der Drohungen aus Nordkorea „in den kommenden Wochen“ ein Raketenabwehrsystem auf der zu den USA gehörenden Pazifik-Insel Guam aufzustellen. Das US-Militär beorderte in den vergangenen Tagen bereits Kampfflugzeuge und Zerstörer in die Region. (APA/AFP)


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