Das runde Leder rollt wieder, die Tourenski wandern ins Eck

Das Tiroler Fußball-Unterhaus erblüht am Wochenende wieder in voller Pracht. Die TT nahm die beiden Landesligen unter die Lupe.

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Von Alex Gruber

Landesliga West

Der unrühmliche Abgang zahlreicher Führungsspieler (Thomas und Michael Unterpertinger, Armin Winterle, Kapitän Stefan „Benni“ Eller …) beim Innsbrucker Traditionsklub IAC sorgte vor dem Frühjahrs­auftakt für Aufsehen. Eller wollte die Schlagzeilen aber so nicht auf sich sitzen lassen: „Es stimmt nicht, dass wir gegen den Trainer (Martin Gasser) gearbeitet haben. Ich find’ unseren Abgang nur zach, schließlich war ich auch Kapitän“, geht der Ex-Kapitän im ersten Halbjahr des neuen Kalenderjahres nicht gerne als Passant auf den Unterhaus-Plätzen spazieren. „Es gab unterschiedliche Interessen“, zeigt sich Coach Gasser gefasst, um seiner Philosphie treu zu bleiben.

Sportlich betrachtet sollte sich der IAC trotzdem retten können, obwohl Schlusslicht Axams mit Spielern wie Michael Happ (Reichenau) oder Daniel Stern (Kolsass) den Klassenerhalt längst noch nicht abgeschrieben hat.

Mils holte in der Offensive mit Martin Biehler (39) ebenso einen (G)Oldie zurück ins Team wie Thaur mit Andrea Cappella (38). Beide sind für ihre Trainer (Gernot Glänzer bzw. Thomas Gufler) den Versuch absolut wert.

Den hautengen Titelkampf nimmt Tiroler-Liga-Abstieger Absam als Winterkönig in der Pole-Position in Angriff. „Das ist zwar schön, ich schätze­ aber den Zirler Kader am stärksten ein“, wehrt Absam-Coach Andreas Glantschnig die Favoritenrolle reflexartig ab. Zirl machte in der Vorbereitung unter Coach Roli Ortner mit einem „Harlem Shake“ in der Mannschaftskabine von sich reden, in Sachen Taktik wird unter dem Ex-Wacker-Coach ohnehin nichts dem Zufall überlassen. Von Neustift fast bis zu Oberperfuss scheinen viele Teams für den Titel gut.

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Landesliga Ost

Engelbert Wörter ist richtig gut drauf. Schließlich war das Kalenderjahr 2012 für St. Ulrich und seinen Coach schlicht und ergreifend „außergewöhnlich“. Nach dem Titelgewinn in der Gebietsliga Ost krallte sich die Elf vom Pillersee auch noch völlig überraschend die Winterkrone im Landesosten. Nicht nur einmal musste er seine hochtalentierten Jungs wieder herunterholen: „St. Ulrich in der Tiroler Liga – das wäre vom Umfeld und dem ganzen Rundherum im Vergleich zu den anderen Klubs wie das achte Weltwunder. Wenn’s passiert, dann machen wir halt ein einjähriges Gastspiel dort“, wird Wörter nicht müde, die Realität ja nicht aus den Augen zu verlieren. Alles, was im Spitzenfeld der Tabelle im Frühjahr komme, sei auch als Zugabe zu betrachten: „Wir haben nur einmal die Woche am Kunst­rasen in Kitzbühel trainiert, uns ansonsten mit Skitouren und Wassergymnastik im Hallenbad weitergeholfen.“

Der ganz große Titelfavorit ist weiter westlich in Jenbach zu finden. Hannes Rieser tritt das Trainer-Erbe von Mario Mohapp mit einem klaren Auftrag an. Neben Topscorer Daniel Nagraisalovic und dessen Offensivpartner Stefan Milenkovic kann er auch auf Ex-Wacker-Profi Amer Durmic und den slowenischen Ex-Profi Almir Rahmanovic als neue Schaltzentrale im Mittelfeld bauen. Hippach und Walchsee reden im Kampf um den Meistertitel auch noch ein Wörtchen mit.

Tiroler-Liga-Absteiger St. Johann kann nach rabenschwarzem Herbstdurchgang wohl bereits für die Gebietsliga planen, Kirchdorf kämpft indes mit Blick in den Westen ums Überleben: Denn aus den beiden Landesligen steigt am Saisonende der schlechtere Vorletzte ab. Da zittern noch einige Klubs.


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