Tausende Bücher unter die Lupe genommen

In der St. Johanner Mediathek entsteht ein Bücherflohmarkt. Knapp 40.000 Entlehnungen wurden im vergangenen Jahr gezählt.

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Von Verena Hofer

St. Johann i. T. –Rot, gelb, grün, blau – die Einbände spiegeln alle Farben wider. Ein wahrer Berg von Büchern ist derzeit in den hinteren Räumen der St. Johanner Mediathek zu sehen. Der Altbestand wurde von Bibliotheksleiter Hannes Hofinger durchgearbeitet und aussortiert. 18.000 Werke gingen dabei durch die Hände des St. Johanners. Rund 5000 sind in die Regale gestapelt und warten auf Käufer – zum Bücherflohmarkt wird in Kürze geladen. Ein Euro für ein Buch ist das Gebot.

Vor knapp vier Jahren wurde im Dachgeschoß des Sonderpädagogischen Zentrums in St. Johann die Mediathek eröffnet. Auf 200 Quadratmetern befinden sich mittlerweile 15.000 Bücher – der Bestand steigt ständig an. Ein Grund dafür sind die Leserzahlen. „Bei der Planung habe ich dem Gemeinderat 800 bis 1000 Leser zugesagt“, erklärt Hofinger rückblickend und ergänzt stolz, dass es mittlerweile 2800 Leser gibt. „Vor allem Schüler nutzen die Mittagspause, um sich DVDs für eine Woche auszuleihen“, erklärt Hofinger. Im vergangenen Jahr wurden knapp 40.000 Medien ausgeliehen. Von Büchern über DVDs bis hin zu Hörbüchern reicht das Angebot. Die hohen Leserzahlen haben auch die Geldbörse von Land und Bund geöffnet. In den vergangenen vier Jahren konnten 54.000 Euro für den Ankauf von neuen Büchern lukriert werden. Insgesamt 16 Mitarbeiter decken die Öffnungszeiten ab, wobei es eine Angestellte für 30 Stunden gibt. Das restliche Team stellt sich ehrenamtlich zur Verfügung.

Neben der wöchentlich übertragenen Universitätsvorlesung in Geschichte gibt es auch eine eigene Spielothek. Neu hinzu kommt in Kürze der Bücherflohmarkt. Auf den erweiterten Räumen von 100 m² befindet sich ein Schatz von rund 5000 Büchern, die aus 18.000 ausgewählt wurden. „Fast alle haben wir geschenkt bekommen“, sagt Hofinger. Ehrenamtlich hat er Monate verbracht, diese Bücher auf Aktualität zu überprüfen. Ein wichtiges Kriterium ist dabei die Rechtschreibung. Viele Bildbände, zahlreiche Sachbücher und Unmengen von Romanen können nun gekauft werden. Die neue Räumlichkeit wurde vor allem durch Spenden finanziert. Boden und Holzplatten wurden kostenlos zur Verfügung gestellt. In Eigenregie hat Hofinger hundert Regale gebaut und die Bücher einsortiert.

Die Mediathek hat am Dienstag von 8.00–10.00 Uhr, 14.00–17.00 Uhr, Donnerstag von 12.00–20.00 Uhr und am Samstag von 9.00–12.00 Uhr geöffnet.


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