Goldmord: Großer Andrang zum Prozess-Auftakt erwartet

Der angeklagte Ex-Polizist muss sich ab Dienstag vor Gericht verantworten. Besucher kommen nur mit Platzkarten in den Schwurgerichtssaal.

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Innsbruck – Der am kommenden Dienstag beginnende Prozess im Fall der 49-jährigen leitenden Tiroler Bankangestellten, die Mitte März 2012 im Bezirk Schwaz tot in ihrem Auto gefunden worden ist, hat einen in Tirol wohl bisher erst in wenigen Fällen da gewesenen Besucher- und Medienandrang ausgelöst. Darum entschieden sich die Gerichtsverantwortlichen, Platzkarten für das Verfahren gegen den wegen Mordes angeklagten 52-jährigen Ex-Polizisten aufzulegen.

„Wir haben 60 Karten für die ersten beiden Verhandlungstage am 9. und 10. April aufgelegt. Diese waren binnen einer Viertelstunde weg“, teilte Landesgerichts-Sprecher Andreas Stutter der APA am Donnerstag mit. Zudem hätten sich über 20 Medienvertreter für den Prozess angemeldet.

Nach den beiden Auftakt-Verhandlungstagen in der kommenden Woche waren vier weitere Prozesstage vorgesehen: 18. und 19. April sowie 2. und 3. Mai. Für diese Termine wurden laut Stutter zuvor zwei weitere Tage angesetzt, an denen Platzkarten verteilt werden. Im Prozess sollen allein 36 Zeugen und fünf Sachverständige gehört werden. Den Vorsitz führt die erfahrene Strafrichterin Verena Offer. Der Prozessauftakt am 9. April beginnt um 9.00 Uhr und ist bis 18.00 Uhr angesetzt. Dem Angeklagten drohen im Fall einer Verurteilung zehn bis 20 Jahre Haft oder lebenslänglich.

Laut Staatsanwaltschaft ist der Tatverdächtige bisher nicht geständig. „Die Anklage gründet sich hinsichtlich des Mordes an der Bankangestellten unter anderem auf die DNA-Spuren auf den verwendeten Tatmitteln“, hatte es Mitte Februar bei Anklageerhebung geheißen. Die Spuren erkläre der Polizist damit, dass er der Bankangestellten das Chloroform und die Fackel zur Verfügung gestellt habe, damit sie sich selbst betäuben und einen Raubüberfall vortäuschen könne.

Dem Angeklagten wird zur Last gelegt, die Bankangestellte am 15. März 2012 in Wiesing vorsätzlich getötet zu haben, indem er sie zunächst mit Chloroform betäubt, mit Benzin übergossen und schließlich den Pkw, in dem sie saß, mit zwei Signalfackeln in Brand gesetzt habe. Als Motiv sieht die Anklagebehörde acht Goldbarren im Wert von 333.388 Euro.

Zudem wird sich der 52-Jährige unter anderem wegen des Mordversuchs an einem Polizistenkollegen bei einem Fluchtversuch im Zuge der ersten polizeilichen Einvernahme verantworten müssen. Dabei hatte der Verdächtige eine geladene Dienstwaffe eines Kollegen an sich gerissen, gegen den Beamten gerichtet und den Abzug betätigt. Nur durch Zufall hatte sich jedoch kein Schuss gelöst. Ein Urteil wurde für den 3. Mai erwartet. (APA)


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