Damoklesschwert abgewendet

Unmittelbar vor der gestrigen Sondersitzung des Innsbrucker Gemeinderats wurden die Hürden zur Wacker-Subvention beseitigt. Die Stadt zahlt wie ihre vier Partner je 100.000 Euro, der Verein den Rest.

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Von Florian Madl

Innsbruck –Die Stimmung im sechsten Stock des Innsbrucker Rathauses schien gestern, 8 Uhr, gelöst. Keine Partei schien Anstalten zu machen, das Wacker-Rettungspaket der Stadt (100.000 Euro) nach Zusage der vier weiteren Partner (Land, Hypo, Olympiaworld, TIWAG) zur Deckung des Budgetdefizits (700.000 Euro) beeinspruchen zu wollen. Eine Finanzzusage des Wacker-Vorstands (200.000 Euro) soll den Weg geebnet haben, dem Lizenzerhalt durch die Bundesliga für das Spieljahr 2013/14 stünde nichts mehr im Weg.

„Damit gewährt man dem Verein Planungssicherheit“, waren sich Arno Grünbacher (S), Christoph Platzgummer (VP) und auch Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer in ihren Stellungnahmen einig. Letztere enthielt sich beim (einstimmigen) Beschluss der Stimme. Nicht mehr im Forderungskatalog: Die vom Land gewünschte Nennung Tirols im Vereinsnamen sowie die Einsetzung einer Tiroler „Galionsfigur“ als Nachfolger von Sportdirektor Oliver Prudlo. Brennende Fragen:

Kann man seitens des Vereins mit dem Beschluss des Rettungskonsortiums zufrieden sein? Man muss und man darf. Dem Erhalt der Bundesliga-Lizenz steht nach dem gestrigen Okay der Stadt nichts mehr im Weg. Langfristig von großer Bedeutung: Mit der Zusicherung des Sponsorpakets aller fünf Geldgeber auf fünf Jahre (gesamt 1,9 Mio. €/Jahr, siehe Kasten unten) gewann der Verein Planungssicherheit.

Wann kommt für den Profibetrieb die Gesellschaft mit beschränkter Haftung? Das Rettungskonsortium wünscht sich eine Auslagerung des Profibetriebs in eine GmbH mit Jahresende, Geschäftsführer Gerald Schwaninger hofft auf mehr Zeit: „Es wird eng. Und es macht Sinn, das mit Sommer 2014 umzusetzen, also deckungsgleich mit unserem Geschäftsjahr (1.7.-30.6., Anm.).“

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Was bringt die GmbH und was kostet sie? Vergleichbare Beispiele (Sturm, Austria) sind bekannt, Vorteile lägen für Geschäftsführer Schwaninger in der schnellen Entscheidungsfindung und Handlungsfähigkeit. Allerdings muss zu Beginn Geld in die Hand genommen werden, von einer halben Million Euro ist auszugehen. Lizenzinhaber bleibt der Verein.

Wann entscheiden die Mitglieder? Im Rahmen einer Generalversammlung nach der Saison. Seitens des Vereins will man sich bemühen, die Vorteile des neuen Konstrukts positiv darzulegen.

Was gilt es noch zu konkretisieren? Der Tiroler Weg mit einem Kooperationsvertrag zwischen dem FC Wacker Innsbruck, Wattens, Kufstein, Tiroler Fußballverband und Tiroler Fußball-Akademie, um die besten Talente letztlich mit Jungprofiverträgen im Land zu halten, ist in Ausarbeitung. Bis zur Jahresmitte 2014 soll dieser unterzeichnet werden.

Für Wacker-Trainer Roland Kirchler, der nach dem Abschied von Sportdirektor Oliver Prudlo auch dessen Agenden übernahm, bleibt eine Frage offen: „Ich soll einen Kader zusammenstellen und muss irgendwann für die kommende Saison planen. Aber wer gibt mir das Okay?“, rätselt Kirchler angesichts des mit Saisonende scheidenden Vorstands.


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