Voll auf Konfrontationskurs

Die Innsbrucker Wirtschaft stemmt sich mit aller Vehemenz gegen das Einfahrtsverbot in die Museumstraße. Erste Abwanderungsdrohungen werden laut, Oppitz-Plörer hält am Kurs fest.

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Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck –Die Innenstadtwirtschaft hatte schon einen besseren Draht zur Innsbrucker Stadtregierung. Darin waren sich gestern alle der rund 20 Unternehmer, die sich vor der Ausfahrt des Garagenverbundes (Sparkasse, Hörtnagl, Kaufhaus Tyrol, BTV) in der Wilhelm-Greil-Straße zusammengefunden hatten, einig. Es war keine Demonstration, zu der Wirtschaftskammer-Bezirksstellen-Obfrau Regina Stanger geladen hatte – der Protestcharakter der Aktion war aber aus allen Wortmeldungen unverblümt herauszuhören. Und wie brachte Kaufleute-Obfrau Patrizia Niederwieser das Verhältnis zwischen Wirtschaft und der Verkehrspolitik der Stadt auf den Punkt? „Uns reicht’s!“

Wie mehrfach berichtet, stößt den Wirtschaftstreibenden das vom Gemeinderat beschlossene und vom Stadtsenat kürzlich bestätigte Einfahrtsverbot für den motorisierten Individualverkehr von der Wilhelm-Greil-Straße in die Museumstraße sauer auf. Bildet dies doch bisher eine von zwei möglichen Routen, die dortige Tiefgarage (über 800 Stellplätze) zu verlassen. Künftig soll der Tiefgaragenverkehr ausschließlich über den Bozner Platz im Süden abfließen, um die staubelastete Museumstraße für die öffentlichen Verkehrsmittel freizubekommen.

Nach vergeblichen Interventionen bei BM Christine Oppitz-Plörer (FI) und Vize-BM Sonja Pitscheider (Grüne) versucht die Wirtschaft nun mit konkreten Zahlen aus einer eigens in Auftrag gegebenen Verkehrserhebung die – ihrer Meinung nach – Sinnlosigkeit des Unterfangens zu untermauern. Demnach würden im Falle der geplanten Sperre in Spitzenzeiten über 800 Pkw zum Bozner Platz abfahren. Bereits ab einer Frequenz von nur 150 Fahrzeugen käme es laut Studie aber zu Staubildungen.

Einst habe die Politik auf einer zentralen Tiefgaragenausfahrt bestanden, blickt Kaufleute-Urgestein Peter Zelger zurück. Und Kaufhaus-Tyrol-Centermanager Sebastian Schneemann erinnert die Politik daran, dass bereits vor dem Bau ein Gutachten eine Entleerung der Garagen in beide Richtungen als zwingend angesehen haben soll. Jetzt im Nachhinein das zu ändern, schade der Wirtschaft, so der allgemeine Tenor. Die Forderung ist klar, sagt Stanger: „Die Regierung muss den Beschluss zurücknehmen.“ Und die Öffi-Halte in der Museumstraße zusammenlegen. Zumal sich erste Unternehmer mit Abwanderungsgedanken tragen, wie Winfried Sponring für die Betriebe Reformhaus Martin und Tachezy ankündigt.

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Pitscheider kontert der Wirtschaft: „Wieso soll der Abfluss über den Süden ein Problem sein, wenn bereits jetzt die Zufahrt nur über den Süden erfolgt?“ Die Wirtschaft sei stets eingebunden gewesen, sagt Oppitz-Plörer. Das Offenhalten der Einfahrt in die Museumstraße habe die Staus nicht verringert. Das Verbot werde umgesetzt und nach einem Jahr evaluiert.

Die Umsetzung des Verbots ist für Mitte Mai anvisiert.


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