Fuentes rechtfertigte Praktiken als „therapeutisches Doping“

Die Weitergabe der Kundenliste an die WADA sei ausgeschlossen.

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Madrid – Der spanische Arzt Eufemiano Fuentes hat seine Praktiken als „therapeutisches Doping“ gerechtfertigt. „Ich war immer darauf aus, die Gesundheit von Sportlern zu schützen“, sagte der Mediziner der Madrider Sportzeitung „Marca“ (Donnerstag-Ausgabe). „Ich wollte den immensen Schaden abwenden, den das anspruchsvolle Training und das dicht gedrängte Wettkampfprogramm dem Körper der Sportler zufügen.“

Man könne seine Praktiken nur in sportlicher Hinsicht als Doping bezeichnen, aber nicht in rechtlicher. Im Madrider Doping-Prozess, in dem in den kommenden Wochen das Urteil erwartet wird, sei er wegen Vorgängen aus einer Zeit angeklagt, in der es in Spanien noch kein Anti-Doping-Gesetz gegeben habe.

Fuentes dementierte Medienberichte, wonach er bereit sei, der Welt-Antidoping-Agentur (WADA) die Liste seiner Kunden zu überlassen. „Das war ein Missverständnis“, betonte der Mediziner. Er habe der WADA lediglich seine Kooperation auf wissenschaftlichem Gebiet angeboten. „Ich habe nicht das Angebot gemacht, die Liste meiner Kunden zu verkaufen.“ Die Namen seiner Patienten seien ein Berufsgeheimnis, das er nicht preisgeben könne. (APA/dpa)


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