In Taliban-Hochburg kandidiert erstmals eine Frau

Die Pakistanerin Badam Zari aus dem konservativen Norden will bei der Parlamentswahl kandidieren. Mangels finanzieller Unterstützung durch eine Partei wird sie sich auf einen „Wahlkampf von Haustür zu Haustür“ konzentrieren.

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Islamabad – Eine pakistanische Analphabetin kandidiert als erste Frau bei Wahlen in den unruhigen Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan. „Meine Leidenschaft ist es, die künftige Generation auszubilden, Mädchen und Frauen, und ihnen zu dienen“, sagte die 53-jährige Badam Zari am Donnerstag. Die Frau eines Schulleiters erklärte, sie wisse, dass sie die erste Frau sei, die bei der Wahl antrete, und sie hoffe, die Wahl zu gewinnen. Ihre Kandidatur wurde bereits offiziell genehmigt.

Zari tritt bei der pakistanischen Parlamentswahl am 11. Mai im Bezirk Bajaur an, einer Hochburg von Taliban- und Al-Kaida-Kämpfern und anderer militanter Gruppen. Bajaur ist einer von sieben Bezirken der halb-autonomen Bergregion im pakistanischen Nordwesten, die zu den ärmsten des Landes zählt. Aufgrund von Reformen der scheidenden örtlichen Regierung ist es politischen Parteien erstmals möglich, bei Wahlen anzutreten.

Zari tritt als unabhängige Kandidatin an und wird sich mangels finanzieller Rücklagen und Unterstützung durch eine Partei auf einen „Wahlkampf von Haustür zu Haustür“ konzentrieren. Dass sie weder lesen noch schreiben kann, ist nach pakistanischem Gesetz kein Hinderungsgrund für eine Kandidatur. (APA/AFP)

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