EZB hält Leitzins auf Rekordtief von 0,75 Prozent

Seit Juli 2012 ist Zentralbankgeld für Geschäftsbanken im Euroraum so günstig wie nie seit Einführung der gemeinsamen Währung.

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Frankfurt am Main - Der Leitzins im Euroraum bleibt auf dem Rekordtief von 0,75 Prozent. Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) sah nach Angaben der Notenbank bei seiner Sitzung am Donnerstag in Frankfurt von einer weiteren Zinssenkung ab. Seit Juli 2012 ist Zentralbankgeld für Geschäftsbanken im Euroraum so günstig wie nie seit Einführung der gemeinsamen Währung.

Die meisten Volkswirte hatten damit gerechnet, dass die EZB ihr verbleibendes Pulver zunächst trocken halten würde - obwohl einiges für noch billigeres Zentralbankgeld spricht: Die konjunkturelle Lage im Euroraum trübte sich wieder ein, Stimmungsindikatoren sanken, erste Daten aus Industrie, Bau und Einzelhandel enttäuschten.

Mit Sorge beobachten Europas Währungshüter seit Monaten, dass ihre Geldpolitik gerade in den Euro-Krisenstaaten nicht so ankommt, wie erhofft. Volkswirte halten deshalb eine weitere Zinssenkung noch in diesem Jahr für durchaus wahrscheinlich.

Noch jedoch herrscht im obersten Entscheidungsgremium der EZB die Ansicht vor, dass noch billigeres Geld im Kampf gegen Schuldenkrise und Konjunkturschwäche wenig helfen dürfte. Ökonomen meinen, stattdessen müsse Notenbank-Präsident Mario Draghi einmal mehr die Nervosität an den Märkten dämpfen. Dass für die Zypern-Rettung erstmals in der Euro-Schuldenkrise Bankkunden per Zwangsabgabe an den Milliardenlasten beteiligt werden, sorgt für Verunsicherung. (APA/dpa)


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