Bankfilialleiter in Untersuchungshaft

Ein Bankmitarbeiter soll Kundengelder in sechsstelliger Höhe unterschlagen haben. Staatsanwaltschaft und Polizei ermitteln wegen des Verdachts der Untreue und des schweren Betruges. Der Mann ist in Haft.

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Von Thomas Hörmann

Innsbruck –Mindestens 200.000 Euro Schaden, der Chef in Haft: Eine Filiale der Innsbrucker Sparkasse war in der jüngsten Vergangenheit offenbar Schauplatz einer umfangreichen Betrugsaffäre.

So umfangreich, dass der Hauptverdächtige „vor zwei Wochen in Untersuchungshaft genommen wurde“, wie Hansjörg Mayr, Sprecher der Innsbrucker Staatsanwaltschaft, auf Anfrage bestätigt. „Das Ermittlungsverfahren wird wegen des Verdachts des schweren Betrugs und Veruntreuung geführt.“

Beim Verdächtigen handelt es sich übrigens nicht um einen kleinen Mitarbeiter, sondern um den ehemaligen Leiter der Filiale.

Wie durchgesickert ist, dürfte der Mann Gelder von Konten vornehmlich älterer Kunden abgezweigt haben, Und zwar in beachtlichem Ausmaß: Zunächst gingen die Ermittlungsbehörden von einem Schaden in der Höhe von rund 220.000 Euro aus. Wie die Nachforschungen mittlerweile ergaben, könnte die veruntreute Summe deutlich höher ausfallen.

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Die Ermittlungen sind allerdings noch nicht abgeschlossen. Auch, weil die Überprüfung der Geldströme und Kontobewegungen durchaus aufwändig ist.

Außerdem dürfte auch noch unklar sein, wie viele Kunden betroffen sind. Die Unterschlagungen wurden offenbar recht geschickt verschleiert. Zumindest geschickt genug, um die Opfer zu täuschen – die betroffenen Kunden haben vom dubiosen Geldschwund auf ihren Konten nichts bemerkt. Was vermutlich auch daran liegt, dass fast ausschließlich ältere Personen zum Handkuss kamen.

Dass überhaupt ermittelt wird, ist die Folge einer Anzeige, die von der Sparkasse selbst erstattet wurde.

„Bei einer internen Überprüfung sind Fragen aufgetaucht, die nicht geklärt werden konnten“, schildert Jakob Knapp, Sprecher der Tiroler Sparkasse.

Mit drastischen Folgen für den Filialleiter: „Der Mann wurde entlassen und angezeigt“, so Knapp weiter. Der Sprecher der Sparkasse betont, dass „den Schaden nicht die Kunden zu tragen haben“. Dass die unterschlagene Summe deutlich über 220.000 Euro liegen könnte, will Knapp nicht bestätigen.

Die Ermittler des Landeskriminalamtes überprüfen derzeit allerdings auch, ob der Filialleiter einen Komplizen hatte. Offenbar sind im Zuge der Nachforschungen Hinweise aufgetaucht, dass ein weiterer Mitarbeiter in die Malversationen verwickelt sein könnte. „Wir wissen jedenfalls nichts davon“, sagt Knapp.

Fest steht jedenfalls, dass derzeit nur der ehemalige Chef der Filiale im Ziegelstadel sitzt.

Für den beschuldigten Ex-Mitarbeiter der Sparkasse (und etwaige Komplizen) gilt die Unschuldsvermutung.


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