Da kommt der Fluggast auf die Waage

Dicke fliegen bei der Samoa Air teurer: Das Modell, den Flugpreis nach dem Passagiergewicht zu berechnen, hat auch viele Gegner.

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Wellington –Bei der Air Samoa muss nicht nur das Gepäck auf die Waage, sondern auch der Fluggast: Die Airline des kleinen Inselstaats, in dessen Stadtgebieten laut WHO bis zu 75 Prozent der Bevölkerung fettleibig sind, berechnet den Ticketpreis seit März nach dem Körpergewicht. Sie stößt damit nach eigenen Angaben auf positive Resonanz.

Das System „Je leichter der Passagier, desto niedriger der Preis“ sei angenommen worden, sagte Firmenchef Chris Langton bei der Ausweitung des Bezahlsystems von Inlandsflügen auf Flüge zu Nachbarstaaten im Pazifik. Vor allem Familien seien positiv überrascht. „Die schweren Leute akzeptieren, dass das Zahlen nach Gewicht das fairste System ist.“ Das System von Samoa Air – sie betreibt zwei Flugzeuge mit zehn und eines mit vier Sitzen – helfe nicht nur im Kampf gegen Fettleibigkeit. Wegen der steigenden Kerosinpreise könnten auch andere Airlines früher oder später ihr Bezahlsystem ändern.

Die Sprecherin der neuseeländischen Gruppe „Kampf dem Übergewicht“, Robyn Toomath, verurteilte die Tarifpolitik. „Das ist eine Stigmatisierung von Menschen und sehr diskriminierend“, sagte sie im australischen Radio. Auch der norwegische Ökonom Bharat P. Bhatta hatte Fluglinien zu teureren Tickets bei schweren Passagieren ermutigt. Eine Umfrage der europäischen Reisesuchmaschine Skyscanner ergab 41 Prozent Ablehnung wegen Diskriminierung. 75 Prozent würden aber akzeptieren, dass Passagiere, die mehr als einen Sitz brauchen, mehr zahlen. (APA, AFP, TT)

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