„Oben-Ohne-Jihad“: Femen-Aktivistinnen gegen Islamismus

Seit fünf Jahren protestieren Aktivistinnen der Femen-Bewegung mit blanker Brust für die Freiheit der Frau. Am heutigen „Topless Jihad Day“ wurde mit nackter Haut die Freilassung eines tunesischen Femen-Mitglieds gefordert.

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Berlin/Paris/Brüssel – Anlässlich des von der Frauenbewegung Femen ausgerufenen internationalen Tags des sogenannten Oben-Ohne-Jihads haben Aktivistinnen am Donnerstag in zahlreichen europäischen Städten barbusig gegen den Islamismus protestiert. In Berlin versammelten sich sechs Aktivistinnen vor der Ahmadiyya-Moschee und skandierten Slogans wie „Freiheit für Frauen“. Sie forderten unter anderem die Freilassung des tunesischen Femen-Mitglieds Amina Tyler. Die junge Frau gilt seit einigen Wochen als vermisst, nachdem sie sich oben ohne auf ihrer Facebook-Seite präsentierte.

„Wir sind frei, wir sind nackt, es ist unser Recht, es ist unser Körper, es sind unsere Regeln, und niemand kann Religion und andere heilige Dinge dazu benutzen, um Frauen zu missbrauchen und zu unterdrücken“, riefen die Aktivistinnen vor der ältesten Berliner Moschee.

Auch in Paris, Brüssel, Mailand und Kiew demonstrierten Femen-Aktivistinnen am Donnerstag gegen Islamisten. In Paris versuchten rund 15 barbusige Frauen vergeblich, sich der tunesischen Botschaft zu nähern und wurden schließlich festgenommen. Auf ihren Oberkörpern waren Slogans wie „Nackte Brüste gegen Islamisten“, „Befreit Amina“ und „Keine Scharia“ als Kritik gegen das islamische Recht zu lesen. Auch in Kiew, wo die Femen-Bewegung entstand, wurden zwei Aktivistinnen bereits sofort nach ihrer Ankunft vor der einzigen Moschee der Stadt abgeführt.

In Brüssel hatte eine der fünf vor der Großen Moschee versammelten Frauen denselben Text wie die tunesische Aktivistin bei Facebook auf ihren Körper gemalt: „Mein Körper gehört mir, er ist niemandem zur Ehre.“ Die kurze Protestaktion verlief ohne Zwischenfälle, die Polizei schritt nicht ein. (APA/AFP)


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