Lebenslange Haft für Ehepaar wegen Totschlags an sechs Kinder

Die Kinder im Alter zwischen fünf und 13 Jahren waren bei dem Feuer am 11. Mai vergangenen Jahres an Rauchgasvergiftung gestorben. Der Angeklagte ist Vater von 17 Kindern von fünf verschiedenen Frauen.

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London - Wegen des Todes von sechs seiner Kinder bei einem von ihm selbst gelegten Hausbrand ist ein britischer Familienvater zu lebenslänglicher Haft verurteilt worden. Seine Frau und ein Komplize müssen für jeweils 17 Jahre ins Gefängnis, wie das Gericht im zentralenglischen Nottingham am Donnerstag entschied.

Das Gericht bezeichnete den 56-Jährigen als auf besonders verstörende Weise „gefährlichen Menschen“, dem jeder moralische Kompass fehle. Die Kinder im Alter zwischen fünf und 13 Jahren waren bei dem Feuer am 11. Mai vergangenen Jahres an Rauchgasvergiftung gestorben.

Laut Staatsanwaltschaft setzten der Angeklagte und seine 32-jährige Frau das Haus der Familie in Brand, um dies der 29-jährigen Ex-Freundin des Beschuldigten anzuhängen und somit das Sorgerecht für deren gemeinsame Kinder zu erhalten. Der Brand war aber weitaus verheerender als erwartet, die Kinder erstickten, bevor sie gerettet werden konnten. Die Staatsanwaltschaft sprach von einem „Plan, der katastrophal und tragisch schief lief“.

Nach dem Brand hatten der Familienvater und seine Frau eine tränenreiche Pressekonferenz gegeben, in denen sie den Feuerwehrleuten für ihre Versuche dankten, ihre Kinder zu retten. Nach dem Brandanschlag waren zunächst zwei Verdächtige aus Derby festgenommen, später jedoch freigelassen worden. Der Verdacht der Ermittler richtete sich schon kurz darauf gegen das Paar.

Angeklagter wollte Brand seiner Ex-Freundin anhängen

Der Angeklagte ist Vater von 17 Kindern von fünf verschiedenen Frauen. Er hatte bereits 2007 Schlagzeilen gemacht, weil er sich weigerte, einen Job anzunehmen, während er staatliche Hilfszahlungen für die Kinder bezog. Die britische Presse nannte ihn deshalb auch „schamlos“. Der Mann galt als brutal und gewalttätig. 1978 wurde er zu sieben Jahren Haft verurteilt, weil er versucht hatte, seine Ex-Freundin zu erstechen.

Der Angeklagte, seine Frau und seine Freundin lebten gemeinsam mit elf Kindern in dem Haus in Derby. Als seine Freundin ihn jedoch mit ihren fünf Kindern verließ, reifte in ihm der Plan, das Haus anzuzünden, seine Freundin dafür verantwortlich zu machen und das Sorgerecht samt Kindergeld für deren Kinder zu erhalten. Dabei wollte er sich als heldenhafter Retter der Kleinen inszenieren, doch breitete sich das Feuer rascher als erwartet aus, die Kinder erstickten im Schlaf.

Richterin Kathryn Thirlwall sprach von einem „bösen Plan“, der „über den Verstand jedes Normal-Denkenden geht“. Sie nannte den Angeklagten einen gewalttätigen Familien-Despoten, der sich nur von einem Prinzip leiten lasse: „Was er will, bekommt er auch“.

Nach dem Urteilsspruch brandete kurzzeitig Applaus im Gerichtssaal auf, er stammte vorwiegend von den Angehörigen des Angeklagten. Der Verurteilte grinste nur und zeigte seinen Mittelfinger, während er abgeführt wurde. (APA/AFP)


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