Hauseinsturz in Indien: Fast 40 Tote

Unter den Toten seien auch 13 Kinder, sagte ein Polizist. Mindestens 59 Menschen seien verletzt worden.

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Mumbai - Beim Einsturz eines Rohbaus in einem Vorort der indischen Metropole Mumbai sind mindestens 38 Menschen ums Leben gekommen. Weitere 69 wurden verletzt, als das illegal erbaute siebenstöckige Gebäude in Thane etwa 35 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt am Donnerstag einstürzte, wie die Behörden am Freitag mitteilten. Die ganze Nacht lang suchten Rettungskräfte in einem etwa acht Meter hohen Berg aus Schutt nach Überlebenden.

Unter den Toten waren mindestens sieben Frauen und neun Kinder, wie die Polizei erklärte. Mit Baggern und Stahlschneidern versuchten Helfer und Anrainer, sich durch Trümmer, Stahl und Beton zu arbeiten, während eine riesige Menge bang zuschaute. Als es gelang, zwei Kleinkinder lebend zu bergen, gab es Jubel und Applaus, wie ein AFP-Fotograf berichtete.

Zunächst stürzte Polizeiangaben zufolge ein Teil des im Bau befindlichen siebenstöckigen Gebäudes ein, kurz darauf sei der Rest zusammengebrochen. Bei den Opfern handle es sich um Wander-Bauarbeiter und deren Angehörige, die mit auf der Baustelle lebten, sagte ein Polizist weiter.

Teilweise lebten die Menschen bereits in dem Rohbau selbst, etwa die Schülerin Hasina Shaikh und ihre Familie, die im fünften Stock wohnten. Sie sei gerade von der Schule nach Hause gekommen, als sich das Unglück ereignete, sagte Hasina der Zeitung „DNA“. „Als ich wieder zu Bewusstsein kam, war ich im Krankenhaus.“ Der 36-jährige Mohammed Anwar beobachtete den Einsturz von außen, während sein Schwiegervater im Inneren Schreinerarbeiten versah. „Ich sah das Gebäude einstürzen wie ein Kartenhaus“, berichtete er in der Zeitung.

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Die Behörden leiteten Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung ein, wie der örtliche Polizeivertreter K.P. Raghuvanshi sagte. Es gebe zwei Bauherren, nach denen gesucht werde. Der Bau sei nicht genehmigt gewesen, sagte der Sprecher der Verwaltung von Thane, Sandeep Malvi. Die Zeitung „The Hindustan Times“ berichtete, dass möglicherweise Bauvorschriften missachtet worden seien. Sieben Stockwerke seien in „kaum drei oder vier Monaten errichtet worden“. Die Baustoffe seien „minderwertig“ gewesen, zitierte die Zeitung den Chef des Katastrophenstabs.

In Indien kommt es häufig zu Gebäudeeinstürzen. Oftmals werden beim Bau von mehrstöckigen Häusern die Vorschriften missachtet und Sicherheitsauflagen ignoriert. Bei einem der schlimmsten Unglücke dieser Art waren 2010 insgesamt 69 Menschen ums Leben gekommen, als ein im Bau befindliches Wohnhaus in Neu Delhi einstürzte.(APA/AFP)


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