800 Tiroler suchten Hilfe beim Opfernotruf

Unter der Nummer 0800/112 112 gibt es für Opfer von Straftaten rund um die Uhr eine kostenfreie und anonyme Beratung. Die 13 Mitarbeiter des...

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Von Brigitte Warenski

Innsbruck, Wien –Rund 800 Tiroler (insgesamt 12.000 Österreicher) meldeten sich im vergangenen Jahr beim Opfernotruf des Weißen Rings. „Man kann die Bundesländerzahlen nicht auf den Anrufer genau festlegen, aber man kann sagen, dass Tirol österreichweit an fünfter Stelle bei den Anrufen liegt“, sagt Marianne Gammer, Geschäftsführerin des Weißen Rings, der den Notruf auf Initiative des Justizministeriums betreibt. Waren es früher auch Menschen, „die Hilfe suchten, weil sie in finanzieller oder psychischer Notlage waren, sind es heute überwiegend Anrufer, die wirklich von Straftaten betroffen sind“, erklärt Gammer. In erster Linie geht es Betroffenen nicht um rechtliche Informationen, „sie haben vielmehr den Wunsch nach Entlastung. Nach einer Straftat ist man als Opfer irritiert. Man versucht, die verlorene Sicherheit wiederzufinden und man sucht Rat, wie es im Leben weitergehen kann“, sagt Gammer. Die meisten Anrufe betrafen übrigens strafbare Handlungen gegen Leib und Leben (25 %) und strafbare Handlungen gegen fremdes Vermögen (21 %). Obwohl auch 2012 immer noch 59 Prozent der anrufenden Personen Frauen waren, sind die Männer seit einiger Zeit im Vormarsch. „Es gibt immer mehr Männer, die es wagen, die Barriere zu überschreiten, und ihre Opferrechte auch wahrnehmen wollen“, sagt Gammer. Gehör finden die Opfer beim Notruf unter der Nummer 0800/112 112 rund um die Uhr bei einem Team von 13 Mitarbeitern, das sich aus Psychologen und Opferanwälten zusammensetzt. Im Schnitt werden täglich rund 30 Gespräche geführt, pro Monat gibt es mehrere Spitzentage mit bis zu 80 Gesprächen. Meist sind die Anrufer selbst Opfer einer Straftat (2012 waren das 68 % der Anrufer), ca. 13 % waren Angehörige von Opfern. Die restlichen 19 % verteilten sich auf allgemein Ratsuchende und Anrufer von anderen Institutionen.

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