„Fernsehen muss Spaß machen“

Thomas Ohrner hat als Teenager sein Lächeln verkauft. Und damit Fernsehgeschichte geschrieben. Für Servus TV will er ab Montag zum fröhlichen Frühaufsteher werden.

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Von Christiane Fasching

Innsbruck –Tommi ist Geschichte. Genauso wie „Timm Thaler“, der Thomas Ohrner anno 1979 zum bekanntesten Lockenkopf im deutschsprachigen Fernsehen machen sollte. Der Erfolg kam für den damals 14-Jährigen allerdings nicht über Nacht – Tommi, wie er da noch gerufen wurd­e, war längst ein alter Hase im Mediengeschäft, als er mit der Weihnachtsserie über einen Jungen, der sein Lächeln verkauft, einen veritablen Straßenfeger verbuchte.

Kameraluft hatte Ohrner aber schon davor ausgiebig geschnuppert: Als vierjähriger Knirps warb er für Waschmittel und Margarine, ehe er ein paar Jahre später Heidis Geißen-­Peter die Stimme lieh oder sich als „Manni, der Libero“ in die Herzen fußballverrückter Burschen kickte. Erfahrungen, auf die der Münchner mit einem Lächeln zurückblickt. „Die Medienwelt sah damals noch ganz anders aus, die Programmvielfalt war überschaubar, der Druck nicht ansatzweise so hoch wie heute. Das war schon eine selige Zeit“, schwärmt er im TT-Gespräch. Und ist froh, dass er damals noch nicht den ganzen „Nebengeräuschen“ ausgesetzt war, die „im medialen Dschungel von heute fast wichtiger sind als die Sendung selbst“. Dass sich jene Generation, die noch ohne Fernbedienung aufwuchs, bis heute an Ohrners TV-Abenteuer erinnert, ist für den vierfachen Vater nicht weiter verwunderlich. „Damals hat man zwar weniger ferngesehen, dafür umso intensiver: Deshalb haben sich die Serien auch so intensiv in die Erinnerung eingebrannt. Heute zappen die Kinder hin und her und surfen nebenbei noch im Internet. Da bleiben weniger Spuren zurück.“

Ab Montag will der 47-Jährige neue Spuren in der Fernsehlandschaft hinterlassen: Für Servus TV wird er zum Frühaufsteher und moderiert gemeinsam mit Barbara Fleißner von montags bis freitags „Servus am Morgen“. Die Sendung startet um 6 Uhr Früh, der Arbeitstag für die Moderatoren beginnt allerdings schon um 3.30 Uhr. Wie kommt man so früh aus den Federn? Mit eine­r Espresso-Dusche?

„Ich dusche auf jeden Fall kalt. Den Rest muss um diese Uhrzeit die Maske erledigen“, lacht Ohrner, dessen Tag­wache fortan spätestens um 2 Uhr Früh beginnt. Damit die Ringe unter den Augen nicht allzu tief sind, geht’s dann aber auch schon um 20 Uhr in die Heia. Am Wochen­ende kommt er auch nicht zum Ausschlafen – jeden Samstag moderiert er nämlich für den Bayerischen Rundfunk eine Radio-Morgenshow. „Aber da fang’ ich erst um 7 Uhr an – da hab’ ich also beinahe das Gefühl, ausgeschlafen zu sein.“ Spürt einer wie Ohrner, der schon seit mehr als 40 Jahren im Geschäft ist, eigentlich noch nervositätsbedingtes Bauchweh? „Ich würd’s eher positives Lampenfieber nennen“, beschwichtigt er. Angst vor möglichen Pannen oder negativen Kritiken will er nicht aufkommen lassen. Ohrner: „Man darf sich von solchen Dingen nicht einschüchtern lassen. Außerdem merken die Leute, wenn man zu konzentriert an die Sache herangeht, da wirkt man hüftsteif und das kommt nicht gut. Fernsehen muss Spaß machen – denen, die es machen und denen, die es konsumieren.“

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