Aufstand im Gemüsebeet

Ein Garten-Projekt in Pradl findet nicht nur Beifall. Einige Anrainer fühlen sich gepflanzt.

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Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck –Gemeinsames Garteln auf einer Fläche von 2800 Quadratmetern – für alle Innsbrucker. Das ist, kurz gesagt, die Grundidee des „Urban Gardening“-Projektes „Rucola“ von Eleonore Rangger auf der so genannten Pacherwiese im Innsbrucker Stadtteil Pradl. Der Gemeinschaftsgarten wurde am Donnerstag den Anrainern vorgestellt. Der Stadtsenat hatte bereits vor Monaten grünes Licht gegeben. Das Pachtverhältnis, so der zuständige Stadtrat Gerhard Fritz, sei auf drei Jahre abgeschlossen worden.

Doch der „Rucola“ will nicht allen schmecken. So waren bei der Präsentation auch kritische Stimmen zu vernehmen. Eine davon ist die von Martin Praxmarer, einem Anrainer und ehemaligen SPÖ-Gemeinderat. Seine Frau, so Praxmarer, habe die Präsentation verfolgt. Fazit der Praxmarers: „So etwas gehört an den Stadtrand.“ Nicht, dass sie grundsätzlich etwas gegen die Idee des Urban Gardening hätten – aber nicht an diesem Standort. Eben nicht auf einer Wiese inmitten eines Häuserblocks. Die Pacherwiese würde von Kindern als Ballspielplatz und ein Teil davon auch als Fläche genutzt, um Hunde herumtollen zu lassen. Die Kinder würden nun durch den Gemeinschaftsgarten verdrängt. Auch befürchtet Praxmarer eine Verschärfung der Parkplatzproblematik, soll der Garten doch allen Innsbruckern offenstehen. „Der Stadt sollten die Kinder wichtiger sein als der Profit aus dem Projekt.“

In einem kritischen Schreiben, das der TT vorliegt, heißt es von anderer Seite: „Wir bleiben ohnmächtig zurück und müssen dabei zusehen, wie uns ein Stück Lebensqualität genommen wird.“

Fritz, der selbst bei der Info-Veranstaltung anwesend war, erinnert daran, dass die Wiese „nicht zu den Häusern gehört“, sondern es sich um eine im Besitz der Stadt befindliche Fläche handle. Man habe auch nicht „im Geheimen gehandelt“ – es habe sich um die bereits zweite Bürgerinformation gehandelt. Dass der Senat das Projekt bereits genehmigt habe, sei angesichts der Eigentumsverhältnisse legitim. Eine amtsinterne Erhebung habe ergeben, dass „die Wiese untergenutzt“ und daher geeignet sei. Widerstand gebe es lediglich von einer Handvoll Anrainer. Projektbetreiberin Rangger sagt, sie habe viele positive Rückmeldungen aus der Nachbarschaft bekommen. Es handle sich um ein gemeinnütziges Projekt, es sei eine Aufwertung. Sie bittet, ihr Projekt vorerst „gedeihen zu lassen“.

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