Malerische Purzelbäume

Um die Zweiheit geht es in Karin Ferraris Personale in der Innsbrucker Andechsgalerie.

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Von Edith Schlocker

Innsbruck –Mit Zweiheit meint die 1982 in Meran geborene und in Innsbruck aufgewachsene Karin Ferrari aber nicht etwa traute Zweisamkeit, sondern das absolut Polare. Den Gegensatz zwischen Kopfigem und Bauchigem, Spontaneität und Kalkül, dem Innen und Außen, aber auch zwischen dem Oben und Unten im Bild, dem Gemalten und Gezeichneten, dem Bunten und Schwarz-Weißen.

Die nun in Wien lebende Absolventin der Akademie der bildenden Künste wählt als Medium immer gerade jenes, das für die Umsetzung einer Idee passt. Und diese ist im Fall der Ausstellung in der Andechsgalerie – die übrigens ihre erste in Innsbruck ist – die Malerei bzw. Mischtechnik auf extrem hochformatigen Papieren und Leinwänden. Gerne arbeitet die Künstlerin allerdings auch performativ bzw. mit digitalen Medien, und dies in den unterschiedlichsten Formen und Bildsprachen.

Mit ihren 30 Jahren ist es legitim, noch auf der Suche nach authentischer Handschriftlichkeit zu sein. Denn dass ihre Malerei sehr viel mit Versuchen, mit Experimenten, mit Zufälligkeiten zu tun hat, ist unübersehbar. Und Karin Ferrari gibt auch zu, von dem von ihr Gemalten selbst am meisten überrascht zu sein. Um Themen, die sie gerade beschäftigen, letztlich das ganze Leben, kreisen ihre teilweise collagierten Malereien. Die hyperrealistisch daherkommen genauso wie blumig dekorativ oder intuitiv wild. Eindeutig ist in Ferraris Spiel mit Abstraktem und Assoziativem nichts, harmonisch auch nicht. Auch nicht im Farbigen, das immerhin als eindeutiges Bekenntnis zum sinnlich Bunten zu lesen ist.

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