Stronach will Chaos schlichten

Milliardär räumt Fehler bei der Kandidatensuche in Tirol ein. Innsbruck-Besuch ist geplant.

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Innsbruck –Jetzt will Frank Stronach selbst nach dem Rechten sehen. „Ich komm­e nächste Woche nach Tirol. Das bin ich den Tirolern schuldig“, erklärte er gegenüber der TT. Stronach will „für Einigkeit sorgen“ und noch einmal überprüfen, ob Hans-Peter Mayr seine, Stronachs, Werte verkörpere. Wenn dies der Fall sei, wollte Stronach nicht ausschließen, auch Mayr bei der Landtagswahl zu unterstützen. Derzeit droht Mayr noch Ungemach: „Wir werden eine einstweilige Verfügung beantragen, mein Name darf nicht von Herrn Mayr verwendet werden“, erklärte Stronach.

Mayr ist der ehemalige Geschäftsführer des Team Stronac­h in Tirol und hat als Erstes eine Liste für die Landtagswahl eingebracht. Dies sei eine „illegitime Liste“, erklärt­e Klubobmann Robert Lugar und drohte Mayr mit Klagen. Der Wahlkampf werde in Tiro­l eingestellt.

Das wiederum gefällt Frank Stronach offenbar nicht. Die Plakate solle man nicht überkleben. „Die Botschaft stimmt. Die Tiroler wollen nicht von Wien oder Brüssel aus regiert werden.“ Auf die Frage, ob er nicht schon früher ein Machtwort hätt­e sprechen müssen, meinte Stronach: „Ich habe viel zu tun. Mein Hauptinteresse gilt den Nationalratswahlen.“ Die Bundes­länder müssten sich selbst organisieren. Bei der Auswahl der Kandidaten in Tirol sei einige­s schief­gelaufen, räumt­e Stronach ein. „Wir sind eine junge Partei, da unter­laufen Fehler.“

Mayr setzt seine Hoffnungen auf den Milliardär. Er, Mayr, sei gesprächsbereit. Zurückziehen kann er seine Liste nicht mehr. Alle Fristen sind verstrichen, die Wahlzettel gedruckt.

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Neben dem Chaos um das Tiroler Stronach-Team rückten gestern wieder die Agrar­gemeinschaften in den Mittelpunkt des Wahlkampfs. Die ÖVP sieht sich in ihrer ablehnenden Haltung zum geforderten Rückübertragungsgesetz für das Gemeindegut bestätigt. Das Bundeskanzleramt hält die Rückübertragung zwar für möglich, den Gesetzesentwurf der Opposition aber nicht für beschlussreif.

LH Platter (VP) lehnt das Gesetz weiter ab. „Wir sind gegen Enteignungsgesetze.“ Er forciert endgültige Vermögens­aufteilungen und kann sich ein Nachjustieren des bestehenden Agrargesetzes vorstellen. Für die Oppositio­n führt hingegen kein Weg mehr an der Rückübertragung des Gemeindegutes vorbei. (aheu, pn)

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