KAC holte 30. Meistertitel gegen Capitals ohne Niederlage

Der KAC ist zum 30. Mal Eishockey-Meister. Der Rekordchampion aus Klagenfurt gewann am Freitag das vierte Finalspiel der Erste Bank Liga (EBEL) gegen die Vienna Capitals vor Heimpublikum 5:3 (1:2,2:0,2:1).

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Klagenfurt – Im dritten Anlauf hat der KAC seine „Mission 30“ erfolgreich abgeschlossen. Er hat sich in souveräner Manier seinen 30. Meistertitel gesichert. Der Rekordchampion aus Klagenfurt behielt am Freitag auch im vierten Finalspiel der Erste Bank Eishockey Liga (EBEL) gegen die Vienna Capitals die Oberhand. Die „Rotjacken“ entschieden dank eines 5:3 (1:2,2:0,2:1)-Heimerfolges erstmals in der Ligageschichte eine „best-of-seven“-Finalserie ohne Niederlage („sweep“) für sich.

In den vergangenen beiden Jahren war der KAC im Finale noch an Salzburg und Linz gescheitert. Gegen die Capitals gelang mit dem ersten Titel seit 2009 aber die Vollendung der „Mission 30“. Die im Grunddurchgang noch so überzeugenden Wiener müssen hingegen weiter auf ihren zweiten Meisterschaftsgewinn nach 2005, als man die Klagenfurter besiegt hatte, warten.

Zunächst deutete in der mit 5100 Fans ausverkauften Klagenfurter Stadthalle wenig auf die sieglose Final-Demütigung der Wiener hin. Ein Doppelschlag des seit dem Viertelfinale torlosen Fortier (4., 9.) bescherten den in den beiden Heimspielen ohne Torerfolg gebliebenen Capitals einen Traumstart. Zuerst traf der Stürmer direkt nach einem Bully, dann erhöhte er nach gutem Forechecking auf 2:0.

Die konfus beginnenden Klagenfurter fanden erst spät ins Spiel. Der Anschlusstreffer gelang Scofield, der bei einem Konter gefoult worden war, mit einem sicher verwandelten Penalty nach einer Viertelstunde.

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Im Mitteldrittel entwickelte sich ein offener Schlagabtausch mit dem besseren Ende für den KAC. Neuerlich Scofield (33.) mit einem Powerplaytor ins Kreuzeck und Hundertpfund (34.) per Rückhand unter Mithilfe von Caps-Tormann Zaba brachten die Gastgeber mit einem Doppelschlag binnen 36 Sekunden 3:2 in Führung.

In der 48. Minute ließ Lammers die KAC-Fans zum vierten Mal jubeln. Der Stürmer tanzte in Überzahl durch die Wiener Abwehr und brachte den Puck auch noch im kurzen Eck unter. In der Schlussphase sorgte Veideman (57.) mit dem 3:4 aber nochmals für Spannung. Der Ausgleich gelang den Wienern aber nicht mehr. In den Schlusssekunden erhöhte Liga-MVP Lundmark ins leere Tor noch auf 5:3, womit der erste Zu-Null-Finalsieg seit 20 Jahren, damals war der VSV im „best of five“ gegen Graz makellos geblieben, fixiert wurde.

Reaktionen

Christer Olsson (Trainer KAC): „Wir sind natürlich sehr glücklich. Ich so stolz auf die Jungs, sie haben viel Charakter bewiesen. Der erste Teil der Meisterschaft war sehr schwierig, aber sie hat ein gutes Ende genommen.“

Tyler Scofield (Doppeltorschütze KAC): „Es ist großartig. Wir haben in den letzten zwei Jahren im Finale verloren, es fühlt sich gut an, endlich gewonnen zu haben. Ich bin so stolz auf die Mannschaft, sie hat so hart gearbeitet, ich bin einfach nur glücklich.“

Jamie Lundmark (Torschütze KAC): „Wir haben eine starke Serie gespielt. Wir haben unser System durchgezogen.“

Thomas Koch (Kapitän KAC): „Dieses Spiel hat die ganze Saison widergespiegelt. Nach dem 0:2 war es verdammt schwierig, wieder zurückzukommen, aber die Mannschaft hat Charakter gezeigt. Es ist einfach unbeschreiblich. Im eigenen Stadion zu gewinnen, ist einfach das Schönste.“

Andre Lakos (Verteidiger Capitals) „Es ist jetzt vorbei, wir haben die Serie am Anfang ein bisschen verschlafen, heute ist es uns nicht gelungen zu gewinnen, der KAC hat am Ende verdient gewonnen. Im Endeffekt ist man traurig, es ist richtig schade, eine solche Serie 0:4 zu verlieren, so ist halt der Eishockey-Sport. Scheiße.“

Tommy Samuelsson (Capitals-Trainer): Wir haben das erste Spiel zu Hause verloren, dann konnten die Klagenfurter auf dieses Ergebnis bauen. Heute haben wir unsere Chancen gehabt, wir waren 2:0 vorne. Wenn wir die Saison nach ein paar Wochen analysieren, werden wir sehen, dass wir einen Schritt nach oben gemacht haben. Wir haben den Grunddurchgang gewonnen, waren im Finale, wir lernen sicher viel davon, hoffentlich sind wir noch einmal dabei nächstes Jahr.“

Lange Zeit Talentlieferant Nummer eins

Der KAC, dessen Eishockey-Sektion 1923 gegründet worden ist, war lange Jahre das Aushängeschild des österreichischen Club-Eishockey und Talentelieferant Nummer eins. Nach ersten Erfolgen ab Mitte der 1930er-Jahre avancierten die „Rotjacken“ in den 60er-Jahren mit Größen wie Österreichs Jahrhundertspieler Sepp Puschnig zum Serienmeister. Von 1964 bis 1980 kam der Titelträger fünfzehn Mal aus Klagenfurt. In den 80er-Jahren prägten Spieler wie Thomas Cijan, Rudolf König und Herbert Pöck das Geschehen. In jüngerer Vergangenheit waren Christoph Brandner, Dieter Kalt und Thomas Koch die herausragenden heimischen Spieler.

Die Mischung aus hochklassigen Legionären, arrivierten Österreichern und Eigenbauspielern erwies sich in der abgelaufenen Saison einmal mehr als Erfolgsgarant, nachdem Brandner und Kalt ihre Karriere beendet hatten. Koch, MVP Jamie Lundmark und John Lammers bildeten die produktivste Linie der Liga, dahinter profilierten sich viele Talente.

Etwa Raphael Herburger, der nun den Sprung in die erste Schweizer Liga nach Biel wagt. Oder Thomas Hundertpfund, der ebenfalls mit einem Auslandsengagement liebäugelt. Im Finale wurde aber Swette der Matchwinner. Der 24-Jährige spielte den Kanadier Andy Chiodo aus dem Tor, wurde im Play-off zur unumstrittenen Nummer eins und ließ in den ersten drei Spielen nur einen einzigen Gegentreffer zu.

„Gönnerin“ Heidi Horten hat großen Anteil am Titelgewinn

Die Erfolge der vergangenen Jahre sind aber auch untrennbar mit dem Namen Heidi Horten verbunden. Die Milliardärin tritt als „Gönnerin“ und Financier von Star-Spielern auf und hat dank ihrer finanzieller Hilfe großen Anteil am Titelgewinn.

Einen langjährigen Herzenswunsch konnte sich der KAC aber noch immer nicht erfüllen. Seit Jahren streben die Klagenfurter eine neue Eishalle an, entspricht doch die seit 1959 als Heimstätte dienende Stadthalle schon längst nicht mehr modernen Anforderungen. Pläne für eine über 8.000 Zuschauer fassende „Wörtherseehalle“ haben sich zerschlagen, im Februar wurden Pläne für eine Modernisierung um 30 Mio. Euro bekanntgegeben. Der Umbau soll in drei Stufen ab 2015 erfolgen.

Konkreter sind da aber schon einige personelle Pläne. So soll Thomas Pöck nach Klagenfurt zurückkehren. Der 31-jährige Verteidiger hat Klagenfurt vor 13 Jahren Richtung Amerika verlassen und in der NHL 122 Spiele für die New York Rangers und die New York Islanders absolviert. (APA)


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