Mindestens 22 Tote bei Attentat auf Wahlkundgebung im Irak

Zwei Wochen vor den Wahlen in mehreren irakischen Provinzen ist das Land erneut von einem Anschlag mit Dutzenden Opfern erschüttert worden.

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Bagdad – Bei einem Attentat auf eine Wahlveranstaltung in Bakuba, 60 Kilometer nördlich von Bagdad, wurden nach Polizeiangaben am Samstag mindestens 22 Menschen getötet, manche Quellen sprachen von 25 Toten. Rund 60 weitere Menschen seien verletzt worden, teilten ein Polizeioffizier sowie Rettungskräfte mit.

Zunächst wurde den Schilderungen zufolge eine Granate in die in einem Zelt versammelte Menschenmenge geworfen. Danach habe sich ein Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Der Anschlag zielte auf eine Kundgebung des sunnitischen Politikers Muthanna al-Jorani, der für eine kleine örtliche Partei antritt. Der Politiker blieb unverletzt. Zu dem Attentat bekannte sich zunächst zwar niemand, doch militante Extremisten verüben gerade in der betroffenen Provinz Diyala immer wieder Anschläge gegen Sicherheitskräfte und Politiker.

Im Irak finden am 20. April Wahlen in zwölf von 18 Provinzen statt. Es sind die ersten seit dem Abzug der US-Truppen im Dezember 2011. Allein seit Jahresbeginn wurden schon zehn der zu den Provinzwahlen angemeldeten Kandidaten ermordet.

Die politischen und konfessionellen Spannungen zwischen Schiiten, Sunniten und Kurden im Irak führen immer wieder zu Gewalt und Anschlägen mit vielen Toten. Die Schiiten waren während der Herrschaft Saddam Husseins unterdrückt worden, sitzen heute aber an den Schaltstellen der Macht. Die Minderheit der Sunniten fühlt sich an den Rand gedrängt und politisch kaltgestellt. Ihnen fühlen sich Extremisten verbunden, die der Al-Kaida nahestehen. Daneben kollidieren oft die Autonomiebestrebungen der Kurden mit den Vorstellungen der von den Schiiten dominierten Zentralregierung. (APA/AFP/Reuters)

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