Auch China verlangt vollen Schutz für Diplomaten in Nordkorea

Peking zeigt sich äußerst besorgt über die wachsenden Spannungen in der Region.

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Pjöngjang/Peking - Nach westlichen Staaten hat auch China die nordkoreanische Führung aufgefordert, die Sicherheit seiner Diplomaten voll zu gewährleisten. Die Führung in Pjöngjang müsse die Unversehrtheit der chinesischen Diplomaten, Bürger und Investitionen garantieren, erklärte das Außenministerium in Peking am Sonntag.

China hat sich „ernsthaft besorgt“ über die weitere Eskalation der Korea-Krise gezeigt und alle Beteiligten zum Dialog aufgefordert. China glaube, dass die Spannungen durch Dialog gelöst werden könnten, „egal wie sich die Lage ändert“. Das sagte Außenminister Wang Yi in einem Telefonat mit UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon. China sei gegen „provozierende Worte und Taten von irgendeiner Partei“. Das Land - traditionell ein Verbündeter des stalinistischen Regimes in Pjöngjang - wolle vielmehr den Sechs-Nationen-Dialog mit Nordkorea, den USA, Südkorea, Japan und Russland wieder aufnehmen.

Nordkorea legte auch Hilfsorganisationen Ausreise nahe

Die nordkoreanische Regierung hat auch ausländischen Hilfsorganisationen nahe gelegt, das Land zu verlassen. Bei einem Treffen auf Einladung des Außenministeriums in Pjöngjang seien am Freitag nicht nur Diplomaten, sondern auch Vertreter internationaler Organisationen gebeten worden, eine Ausreise „ernsthaft zu prüfen“, sagte der Programmmanager der Welthungerhilfe für Nordkorea, Gerhard Uhrmacher. Seine Organisation habe daraufhin die Projektarbeit eingeschränkt, wolle aber zunächst im Land bleiben.

Bereits am Freitag war bekannt geworden, dass mehreren Ländern nahe gelegt wurde, ihre Botschaftsmitarbeiter aus Sicherheitsgründen aus Pjöngjang abzuziehen. Bisher ist aber kein Land darauf eingegangen.

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Auch für die Welthungerhilfe mit Sitz in Bonn kommt eine Schließung ihrer Vertretung in Pjöngjang zunächst nicht infrage. „Wir wissen nichts davon, dass schon irgendjemand den Entschluss gefasst hat, komplett das Land zu verlassen. Auch wir planen das im Moment nicht“, sagte Uhrmacher. „Es könnte aber eine Möglichkeit sein, dass man vorsichtshalber die Leute, die man nicht unbedingt im Land braucht, nach China ausreisen lässt. Da gibt es aber noch keinen klaren Beschluss.“

Westerwelle: Sicherheit der diplomatischen Vertretungen müsse garantiert werden

Wie andere Außenminister äußerte auch Deutschlands Chefdiplomat Guido Westerwelle die „klare und unmissverständliche Erwartung“, dass die nordkoreanische Führung ihrer Pflicht nachkommen müsse, „die Sicherheit und Arbeitsfähigkeit der diplomatischen Vertretungen vor Ort zu jedem Zeitpunkt“ zuverlässig zu garantieren.

Nordkorea hatte mitgeteilt, im Falle eines Konflikts die Sicherheit der Mitarbeiter von Botschaften und internationalen Organisationen ab dem 10. April nicht mehr gewährleisten zu können.

In den vergangenen Wochen sind die Spannungen zwischen Nord- und Südkorea deutlich gestiegen. Die Führung in Pjöngjang drohte den USA mit einem atomaren Erstschlag und erklärte, sich im Kriegszustand mit Südkorea zu befinden. Die USA schickten daraufhin Tarnkappenbomber und Kriegsschiffe in die Region und kündigten an, bald ein Raketenabwehrsystem auf der Pazifik-Insel Guam zu stationieren. (APA/Reuters)


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