NASA will Asteroiden fangen

Die US-Raumfahrtbehörde plant, zu Trainings- und Forschungszwecken einen kosmischen Felsen zu kidnappen. Präsident Obama hat das Startkapital bereits budgetiert.

  • Artikel
  • Diskussion

Washington –Ein spektakuläres NASA-Projekt sorgte am Wochenende für Schlagzeilen: Medienberichten zufolge will die amerikanische Raumfahrtbehörde einen kleinen Asteroiden einfangen und zu Trainingszwecken in der Nähe des Mondes parken.

Den Berichten zufolge soll ein Roboter-Raumschiff im Jahr 2019 mit einem Fangschirm einen kleinen Asteroiden einfangen. Gedacht sei an ein Objekt mit einem Durchmesser von etwa 7,5 Metern und einem Gewicht von 500 Tonnen. Diese Größe ist gewissermaßen unbedenklich: Sollte etwas schiefgehen und der Asteroid auf die Erde abgelenkt werden, würde er in der Atmosphäre verglühen.

Das ferngesteuerte Raumschiff soll den Asteroiden aus seiner Bahn holen und „knapp hinter dem Mond“ parken, wie ein NASA-Vertreter sagte. Zwei Jahre später soll dann erstmals ein Team von Astronauten auf dem kosmischen Felsbrocken abgesetzt werden. Die Astronauten würden dort ein optimales Trainingsgelände für Aufenthalte und Spaziergänge im Weltraum vorfinden, so die Theorie. Nebenbei ließen sich auch Erkenntnisse darüber gewinnen, wie man Asteroiden als Rohstoffquelle nutzen oder die Erde vor drohenden Einschlägen sichern kann.

Bekannt wurde das Projekt durch eine Pressekonferenz von Senator Bill Nelson, Vorsitzender des Unterausschusses für Wissenschaft und Weltraum. Dem Senator zufolge hat US-Präsident Barack Obama in seinem Budgetentwurf für nächstes Jahr 100 Mio. Dollar zur Vorbereitung der Mission vorgesehen. Der kosmische Coup würde dann allerdings erst unter Obamas Nachfolger stattfinden.

Zunächst geht es darum, ein geeignetes Objekt zu finden. „Finde den idealen Kandidaten. Fange ihn per Roboter und bringe ihn zurück“, beschrieb Nelson die Aufgabe. Das kann sich als schwierig erweisen, denn es sind Tausende Asteroiden auf ihre Eigenschaften zu untersuchen.

Wie viel das Projekt insgesamt kosten soll, ist noch offen. Das Keck Institute for Space Studies, angesiedelt am California Institute of Technology, hat im Vorjahr ein ähnliches Projekt präsentiert und mit 2,65 Mrd. Dollar veranschlagt. Andere Experten halten dies für realistisch.

Den Berichten zufolge will die NASA noch in diesem Sommer entscheiden, ob das Projekt durchführbar ist und weiterverfolgt werden soll. Läuft alles wie geplant, würden zum ersten Mal seit der bisher letzten Mondlandung im Jahr 1972 wieder Menschen die Umlaufbahn der Erde verlassen. (floo)


Kommentieren


Schlagworte