„Schaut ruhig her, wir leben noch!“

Mit dem dramatischen 1:1 gegen den wankenden Rekordmeister Rapid tankte der FC Wacker Innsbruck Selbstvertrauen für das Abstiegsduell am kommenden Samstag in der Südstadt gegen die Admira.

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Von Wolfgang Müller

Innsbruck –Dieses 1:1 gegen Rapid war wie ein lauter schwarzgrüner Schrei: „Schaut her, wir leben noch!“ Es war zwar nur ein Punkt in der Tabelle, aber ein Moralschub der ganz besonderen und dringendst benötigten Art. Endlich wurden die Wacker-Kicker nach drei 2:3-Niederlagen in Serie für ihren Aufwand auch einmal belohnt. „Ein Kraftakt. Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Da geht einem das Herz auf“, gab Roland Kirchler seinem Team nach der Aufholjagd mit neun Mann ein Riesenlob. Schon vor dem Anpfiff ist dem Wacker-Coach ein verdächtiges Feuer in den Augen seiner Kicker aufgefallen: „Verrückt. Die spielten nach dem Ausgleich mit acht Feldspielern sogar noch auf Sieg.“

Spielerisch war das Duell des Tiroler Traditionsklubs gegen den Rekordmeister aus Hütteldorf keine Offenbarung. Es regierten Krampf, Kampf und Fehlpass. Doch das war mit dem Schlusspfiff alles Nebensache. Die verbliebenen neun Grünschwarzen jubelten mit dem treuen Anhang im Tivoli, die Grünweißen schlichen wie geprügelte Hunde in die Kabine. „Wir haben nie aufgegeben“, kannte Kapitän Tomas Abraham den Schlüssel zum Punktgewinn.

Fakt ist und bleibt aber der letzte Platz in der Tabelle. „Was sich nach dem Spiel in der Südstadt ändern kann“, blickt man im Lager der Tiroler schon gespannt auf das direkte Abstiegsduell am Samstag in der Südstadt. Allerdings wird sich der Wacker-Kader stark dezimiert auf die Reise nach Niederösterreich machen müssen. Vor allem in der Verteidigung gehen Kirchler schön langsam die Spieler aus. Marco Kofler und Alex Hauser sind gesperrt, Dario Dakovic, Thomas Bergmann fallen verletzt aus, Thomas Löffler ist fraglich. Ob Carlos Merino fit im Mittelfeld auflaufen kann, wird sich im Verlauf der Woche weisen. Den Spanier plagt eine Rippenprellung. „Muss halt Simon Piesinger wieder hinten einspringen, Sebastian Siller ist auch ein Thema“, tüftelt Kirchler schon an der Aufstellung. Durchaus ein Thema könnte auch wieder Lukas Hinterseer sein: „Er hat mir gegen Rapid ganz gut gefallen, weil er voll in die Zweikämpfe ging, und das braucht es im Abstiegskampf.“

Womit der Wacker-Coach noch einmal auf das Rapid-Match blickt: „Das war ein eindeutiges Zeichen an unsere Konkurrenten, dass wir uns noch lange nicht aufgegeben haben.“

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Immerhin wurde durch das 1:1 gegen Rapid der Abstand auf die Admira verkürzt. Die Admira liegt nach der 1:4-Pleite in Ried nur noch zwei Zähler vor den Tirolern. „So kann man sich im Abstiegskampf nicht präsentieren, da wird es in den nächsten Tagen einiges zu reden geben“, ärgerte sich Trainer Dietmar Kühbauer vor dem richtungsweisenden Duell gegen den FC Wacker.


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