Ex-Diktator Musharraf darf bei Parlamentswahl kandidieren

Pakistans Ex-Diktator Musharraf reichte seine Unterlagen sicherheitshalber in vier Wahlkreisen ein. Am Ende wurde er nach offiziellen Angaben nur in der Stadt Chitral im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan zugelassen.

  • Artikel
  • Diskussion

Islamabad - Während der frühere Militärmachthaber Pervez Musharraf bei der Parlamentswahl in Pakistan am 11. Mai antreten darf, ist der Antrag von Ex-Premierminister Raja Pervez Ashraf zunächst zurückgewiesen worden. Ex-Diktator Musharraf reichte seine Unterlagen sicherheitshalber in vier Wahlkreisen ein. Am Ende wurde er nach offiziellen Angaben nur in der Stadt Chitral im pakistanischen Grenzgebiet zu Afghanistan zugelassen.

Premier Ashraf wollte in der Garnisonsstadt Rawalpindi bei Islamabad antreten, wo seine Kandidatur aber abgelehnt wurde. Dagegen kann er Einspruch einlegen. Ashrafs Gegner werfen ihm Veruntreuung öffentlicher Gelder vor.

Nachdem bereits am Freitag die Stadt Kazur in der Nähe der ostpakistanischen Stadt Lahore die Papiere von Ex-Diktator Musharraf abgelehnt hatte, musste er am Sonntag zwei weitere Schläge einstecken. Auch in der Hafenstadt Karachi und der Hauptstadt Islamabad wurde seine Kandidatur aus rechtlichen Gründen zurückgewiesen.

Mehrere Verfahren gegen den Ex-Diktator

Gegen den Ex-Diktator sind mehrere Verfahren anhängig. Er hatte sich 1999 unblutig an die Macht geputscht und regierte das Land bis 2008. Im vergangenen Monat war er aus dem vierjährigen selbst gewählten Exil zurückgekehrt.

TT-Geburtstag: Jetzt eine von 76 Torten gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet automatisch.

Auch Ashraf, der von Juni 2012 bis März 2013 Premierminister war, hofft noch auf einen der 342 Sitze in der Nationalversammlung. Seine Kandidatur hielt zwar der strengen Untersuchung von Wahl-, Steuer-und Antikorruptionsbeamten nicht stand, doch kann er gegen diese Entscheidung vorgehen. „Seine Aufstellung wurde zurückgewiesen, weil ihn seine Gegner der Veruntreuung von öffentlichen Geldern beschuldigen“, sagte der Wahlbeauftragte Zahid Subhan.

Alle Einsprüche werden laut Wahlplan bis zum 17. April entschieden. Eine Liste aller wählbaren Kandidaten soll am 19. April veröffentlicht werden. Sollte die Parlamentswahl wie geplant am 11. Mai stattfinden, wäre es der erste Übergang von einer demokratisch gewählten Regierung zur nächsten in der Geschichte Pakistans. (APA/dpa)


Kommentieren


Schlagworte