Tourismus und Gemeinden kündigten Öffi-Vertrag

Für den öffentlichen Verkehr im Reuttener Talkessel werden neuerlich Nachbesserungen eingefordert. Bis Ende Mai muss eine Entscheidung her.

Von Alexander Paschinger

Reutte –Im Vorjahr hatte der TVB Naturparkregion Reutte im Alleingang die Vereinbarung mit dem Planungsverband und dem Verkehrsverbund Tirol (VVT) aufgekündigt. Die Folge waren Nachbesserungen in der Fahrplangestaltung und letztlich eine Einigung im September.

Dieser Verhandlungspoker scheint sich heuer zu wiederholen. Nur, dass diesmal auch der Planungsverband mit den elf Gemeinden unter Obmann Hanspeter Wagner, dem Breitenwanger Bürgermeister, den Vertrag aufgekündigt hat. „Es ist eine Tatsache, dass es keine 100-prozentige Zufriedenheit mit dem Angebot gibt“, erklärte Wagner gegenüber der TT. Die Bürgermeister hätten in ihren Gemeinden Schwierigkeiten, einen VVT gutzuheißen, „wenn leere und halbleere Busse durch die Gegend fahren“. Gleiches sagt TVB-Geschäftsführer Franz Kammerlander: „Es gibt einfach Kurse, die schlecht belegt sind.“

Planungsverband und TVB sahen sich zu diesem Schritt gedrängt, weil es im Dezember wieder zum Fahrplanwechsel kommt und eine halbjährliche Kündigungsfrist der VVT-Verträge gilt.

In der Vorwoche gab es nun ein erstes Gespräch mit dem Geschäftsführer des VVT, Jörg Angerer. Der holte alle Beteiligten an einen Tisch, „damit es nicht über drei Ecken geht. Es scheint einige Kommunikationsprobleme gegeben zu haben“, so Angerer zur TT. Denn tatsächlich sei das Aufkündigen der Verträge „etwas Außergewöhnliches, das wir nur in Reutte so erleben. Üblicherweise ändern wir mit unseren Partnern die Fahrpläne im Zuge von Gesprächen entsprechend ab.“

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Das Ergebnis der letztwöchigen Sitzung: „Man hat sich etwas angenähert. Bis Ende Mai müssen wir dem VVT miteilen, ob der Vertrag aufrecht bleibt – es geht hier um die Verträge zwischen dem VVT und seinen Beförderungspartnern“, so Wagner. Er ortet innerhalb der Bürgermeister aber Bewegung in Richtung Aufhebung der Kündigung. Der TVB müsse seine Position auch erst akkordieren. „Wir machen nächste Woche eine Vorstandssitzung“, meinte dazu Kammerlander am Montag. Die Kündigung sei jedenfalls aufrecht.

Angerer sieht die Gemeinden und den TVB jetzt jedenfalls am Zug: „Es gibt vieles zu tun – es geht um das Senioren- und das Schul-Plus-Ticket, das im Herbst tirolweit starten sollte. Da brauchen wir Vertragssicherheit.“ Und genau deshalb müsse er bis Ende Mai die Entscheidung aus Reutte haben.

Vor allem geht es ihm in diesem Zusammenhang auch um einen Kündigungsverzicht für zwei Jahre, dem Planungsverband und TVB zustimmen sollten.

Außerdem geht es um ein weiteres Projekt, das der VVT für den Großraum Reutte angehen will: Der Werksverkehr der Firma Plansee sollte nämlich in den VVT-Takt einbezogen werden. Schon im Vorjahr hatte der scheidende VP-Landtagsabgeordnete Heiner Ginther eine solche Ausweitung der Öffis in Tagesrandzeiten in Aussicht gestellt und begrüßt.


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