„Alle wissen, was die Stunde schlägt“

Der FC Wacker ist am Mittwoch (Tivoli, 20.30 Uhr) im letzten Saisonheimspiel gegen Sturm Graz zum Siegen verdammt. Roman Wallner ist guter Dinge, dass der ultimative Befreiungsschlag gelingt.

Was haben Sie am Pfingstsonntag zwischen 16 und 18 Uhr gemacht?

Roman Wallner: Ich war mit meiner Tochter am Spielplatz.

Gar nicht den 3:1-Erfolg des kommenden Gegners Sturm Graz gegen Ried angesehen?

Wallner: Doch, doch, am Handy, so gut es halt ging.

Mit dem morgigen Heimspiel gegen Sturm und der letzten Saisonpartie am Sonntag in Wolfsberg steht der FC Wacker vor der Woche der Wahrheit. Was geht Ihnen dabei durch den Kopf?

Wallner: Jeder von uns weiß, was die Stunde geschlagen hat und dass wir gegen Sturm unbedingt punkten müssen, am besten dreifach.

Was stimmt Sie für Mittwoch zuversichtlich?

Wallner: Dass wir immer dann, wenn es um alles gegangen ist, auch viel erreicht haben. Wie zuletzt gegen Ried, Mattersburg und Wiener Neustadt. Auch in Salzburg haben wir lange Zeit gut ausgesehen, man hatte jedenfalls nicht den Eindruck, dass da der Letzte gegen den Zweiten spielt. Aber zählen tut’s am Mittwoch. Wir müssen von der ersten Minute an bereit sein und an uns glauben.

Ist das Wort „Abstieg“ ein Tabuwort in der Kabine?

Wallner: Was heißt Tabuwort? Natürlich lässt sich die gegenwärtige Situation nicht schönreden, natürlich spricht man darüber und macht sich seine Gedanken.

Ihr Vertrag läuft noch ein weiteres Jahr. Heißt das, dass Roman Wallner auch in der „Heute für morgen“-Liga den Wacker-Dress tragen wird?

Wallner: Keine Ahnung, diesbezüglich will ich mich nicht festnageln lassen. Generell muss auch abgewartet werden, wie es weitergeht. Welche Spieler kommen, welche gehen und so weiter.

In der Tat gibt es viele Fragen rund um den FC Wacker. Auch oder insbesondere, was die Obmann- und Vorstandscausa betrifft. Inwieweit hat diese Dauerproblematik Einfluss auf die Mannschaft?

Wallner: Ich kann nicht in die anderen hineinschauen und es ist auch nicht die Aufgabe von Spielern, das zu kommentieren. Wir als Mannschaft sind dafür verantwortlich, dass wir die Klasse halten. Alles andere wäre eine billige Ausrede, auch wenn die Situation für Spieler, deren Verträge auslaufen, schwieriger ist. Mich belastet es jedenfalls nicht. Außerdem bekommen wir unser Gehalt stets pünktlich, da habe ich bei anderen Klubs schon ganz andere Sachen erlebt.

Haben Sie es jemals bereut, nach Innsbruck gewechselt zu sein?

Wallner: Nein, wirklich nicht. Natürlich will man als Spieler in erster Linie Erfolg, es ist nicht klass, wenn man die ganze Meisterschaft hinten drinsteckt. Aber das hat nichts mit dem FC Wacker zu tun, das ist der Sport. Und Fakt ist, dass du in schwierigen Zeiten am meisten dazulernst.

Wo sehen Sie sich in drei Jahren?

Wallner (denkt lange nach): Das kann ich nicht beantworten, dafür kann im Fußball viel zu viel passieren. Nur so viel: Ich fühle mich gut, mir macht das Training Spaß und ich brenne für den Fußball. Wenn es nach mir geht, habe ich noch einiges vor.

Das Gespräch führte Max Ischia


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