Weißes Haus nahm nicht zu neuen Vorwürfen um Journalisten Stellung

Nach der AP-Abhöraffäre gibt es einen weiteren Bericht über die Ausspähung eines Fox-News-Mitarbeiters.

Washington - Nach der Affäre um die Nachrichtenagentur AP hat sich das Weiße Haus nicht zu neuen Vorwürfen äußern wollen, wonach die US-Regierung einen weiteren Journalisten ausgespäht haben soll. Der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Jay Carney, weigerte sich am Montag (Ortszeit) trotz hartnäckiger Fragen der Presse, konkret zu dem Fall Stellung zu beziehen und verwies auf eine „laufende Untersuchung“.

Die „Washington Post“ hatte am Sonntag berichtet, gegen den Korrespondenten des Senders Fox News, James Rosen, sei 2010 wegen eines möglichen Informationslecks im Außenministerium eine Untersuchung geführt worden. Hintergrund war eine Geschichte des Journalisten zu Nordkorea. Laut „Washington Post“ benutzten Ermittler in dem Fall Daten aus der elektronischen Zugangskarte des Journalisten im Ministerium, besorgten sich Telefondaten und ließen sein persönliches E-Mail-Postfach überprüfen.

Vergangene Woche hatte ein ähnlich gelagerter Fall bei der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) die US-Regierung in Erklärungsnöte gebracht. Das Justizministerium hatte sich dabei im vergangenen Jahr heimlich die Verbindungsdaten von mehr als 20 Telefonanschlüssen von Büros und Journalisten der AP beschafft. Die Aktion hing offenbar mit Ermittlungen zu einer Weitergabe vertraulicher Informationen über einen vereitelten Terroranschlag zusammen, über den die Agentur im Mai 2012 berichtet hatte.

Obama-Sprecher Carney sagte nun zu dem neuen Fall des Fox-News-Mitarbeiters lediglich, Obama sei überzeugt, dass die USA eine Presse brauchten, die investigativ recherchieren könne. Gleichzeitig sei es aber „wirklich wichtig“, dass Informationslecks in der Regierung nicht geduldet würden. Denn diese könnten Menschenleben und die nationale Sicherheit gefährden. (APA/AFP)


Kommentieren


Schlagworte