Kufsteiner Kindergarten muss in den Container

Kufstein braucht zusätzliche Kinderbetreuungsplätze. Daher hilft sich die Stadt mit Containern aus und streicht die Krabbelstube.

Von Wolfgang Otter

Kufstein –„Bürgermeister Martin Krumschnabel hat die Entwicklung völlig verschlafen“ – mit harten Worten geht GR Saskia Fuchs-Roller (VP), Obfrau des Ausschusses für Schule, Jugend und Familie des Kufsteiner Gemeinderates, an die Öffentlichkeit. Nachdem mit einem neuen Landesgesetz die Größe der Kindergartengruppen auf 20 Kinder beschränkt worden ist, fehlen laut Saskia Fuchs-Roller nicht weniger als 69 Betreuungsplätze. Insgesamt stehen für 449 Kinder 19 Gruppen zur Verfügung. „Wir haben bereits bei der Renovierung des Kindergartens in Zell klar darauf hingewiesen, dass der Neubau viel zu klein konzipiert ist und unbedingt eine Erweiterung eingeplant werden muss“, konkretisiert Saskia Fuchs-Roller den Vorwurf.

Die Folge sei nun, dass zwei Gruppen gezwungen seien, in Container zu ziehen, die Krabbelstube aufgelassen werden müsse, um Platz zu schaffen, und trotzdem noch ein Antrag auf eine Erhöhung der Gruppenzahl notwendig sei. „Eine Situation, die 2014/15 nicht mehr tragbar sein wird. Ich könnte mir daher vorstellen, dass wir die ehemaligen Räume der Berufsschule in Sparchen für die Betreuung heranziehen“, sagt die VP-Gemeinderätin und appelliert an Krumschnabel, alle Schritte dazu zu veranlassen. „Diese Planung bzw. Überprüfung der Räume in Sparchen läuft bereits“, erwidert Bürgermeister Martin Krumschnabel.

Er legt auch Wert darauf, dass er sogar einen Neubau in Zell mit einem Haus der Generationen wollte, „das aber vom Gemeinderat anders entschieden wurde“, erklärt der Kufsteiner Stadtchef. Um die Kinderzahl möglichst nieder zu halten, wird die Stadt die drei neuen Gruppen einrichten, wobei die Auflassung der Krabbelstube in der Stadt nicht gravierend sei, „weil die Betreuung in dieser Form überholt ist“, wie Krumschnabel von Fachleuten gehört haben will.

„So wie die Krabbelstube derzeit praktiziert wird, war sie nie gedacht“, erklärt die zuständige Referentin Brigitta Klein (Parteifreie) dazu. Die Einrichtung sei nämlich zur Daueraufbewahrungsstelle von Kleinkindern mutiert, „und dazu war sie nie da“. Eine allfällige Betreuungslücke sollen nun ab September die privaten Einrichtungen schließen. Die Aufregung bezüglich der Kindergartengruppen versteht Klein nicht: „Wir wollen eine Gruppenzahl von 20 Kindern erreichen, das hat auch mit der Qualität der Betreuung zu tun.“ Aber man wolle nichts über das Knie brechen und die weitere Entwicklung genau planen. „Auf alle Fälle haben alle Kinder einen Betreuungsplatz“, versichert die Referentin. Fuchs-Rollers Kritik wertet sie als „dem Klima nicht zuträglich“, außerdem als unverständlich, da die Maßnahmen im Vorfeld mit der Ausschuss-Obfrau abgesprochen gewesen seien.


Kommentieren